Sieben Tage die Woche geöffnet

Das Pera Palace ist das einzige Lebensmittelgeschäft in Frauenfeld, das sonntags geöffnet ist – abgesehen von den Tankstellen- und Bahnhofshops. Die Banu Altunal darf ihren Laden nur öffnen, weil er so klein ist. Der Sonntagsverkauf ist für sie die beste Werbung.

Johanna Schick
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Banu Altunal, die Besitzerin des Pera Palace an der Zürcherstrasse, führt ihr Lebensmittelgeschäft unter dem Motto «Frisch, Fein, Fair». (Bild: Donato Caspari)

Banu Altunal, die Besitzerin des Pera Palace an der Zürcherstrasse, führt ihr Lebensmittelgeschäft unter dem Motto «Frisch, Fein, Fair». (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Auf dem Platz vor dem Laden locken Tomaten aus Italien die Kundschaft an. Auf Gestellen liegt auch Salat aus dem Thurtal neben Orangen aus Spanien, Gemüse und Früchte in allen Farben aus aller Welt. Die grünen Kisten ordnet Banu Altunal, die Ladeninhaberin des Pera Palace, jeden Morgen aufs Neue an, auch sonntags. Denn das Pera Palace an der Zürcherstrasse 126 am Kreuzplatz ist neben Tankstellen- und Bahnhofshops das einzige Lebensmittelgeschäft in Frauenfeld, das auch sonntags geöffnet ist.

Im Familienbetrieb unterstützen auch Altunals Mann und ihr Sohn die Ladeninhaberin, wenn viel los ist. «Alle helfen mit», sagt die Türkin, die in Schaffhausen aufgewachsen ist.

Ob thailändische Nudeln, portugiesischer Trockenfisch oder orientalische Granatäpfel, das Sortiment des kleinen Ladens ist vielfältig. «Unser Laden ist multikulturell.» Fein säuberlich sind die Regale bis oben vollgestellt. Die Fläche von 80 Quadratmetern wird bestmöglich ausgenutzt.

120 Quadratmeter Obergrenze

Den 80 Quadratmetern verdankt Altunal auch, dass sie sonntags ihren Laden öffnen darf. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 120 Quadratmeter oder weniger dürfen gemäss dem kantonalen Ladenöffnungsgesetz von 2002 an Sonntagen geöffnet haben, sofern sie hauptsächlich Lebensmittel verkaufen.

Seit über einem Jahr ist das Pera Palace sonntags von 12 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. «Wir wollen uns dadurch besser publizieren», sagt die 41jährige Ladeninhaberin. Jeden Sonntag würden Kunden den Laden betreten, denen das Geschäft zuvor noch nie aufgefallen ist.

Die Nachbarschaft habe positiv auf die Neuerung reagiert. «Sie müssen nicht mehr zur nächsten Tankstelle oder zum Bahnhof fahren, sondern können ihre Besorgungen bei uns machen.» Oft komme es auch vor, dass im Pera Palace sonntags noch ein Grosseinkauf gemacht wird. Milch-, Brot- und Buttervorrat für die nächste Woche werden in dem kleinen Geschäft aufgefrischt.

Nicht teurer am Sonntag

Die Preise sind laut Altunal fair. «Die Produkte sind bei uns am Sonntag gleich teuer wie unter der Woche und meistens billiger als bei anderen Geschäften, die sonntags geöffnet sind.»

«Die Stadt Frauenfeld steht diesem Thema neutral gegenüber», sagt Daniel Bauer vom Amt für Standortförderung Frauenfeld. Wichtig sei lediglich, dass sich die Ladenöffnungszeiten so gut es geht einheitlich präsentieren und bei den Bewohnern nicht für Verwirrung sorgen.

Banu Altunal ist froh, dass sie ihren Laden sonntags öffnen darf. «Der Sonntag ist sehr wichtig für uns. Die Frauenfelder sehen dadurch, dass es uns gibt.»