Sie näht Piraten und Prinzessinnen

Am Frauenfelder Fasnachtsumzug nächsten Sonntag wird Hildy Etter von Rotz wohl das eine oder andere Gwändli wiedererkennen. Denn sie näht das ganze Jahr über Kostüme für die Spielzeugbörse.

Salome Preiswerk Guhl
Drucken
Teilen
Hildy Etter von Rotz hat schon viele Prinzessinnen-Röckli genäht. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Hildy Etter von Rotz hat schon viele Prinzessinnen-Röckli genäht. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

FRAUENFELD. «Aus der Not begann ich, Fasnachtsgwändli selber zu nähen», erzählt Hildy Etter von Rotz. Das Budget sei eng gewesen, und ihre damals noch kleinen Kinder hätten stets etwas Spezielles sein wollen an der Fasnacht. Mittlerweile ist es der Kurzdorferin mehr als ein liebgewonnenes Hobby.

Nähen für die Spielzeugbörse

Dinosaurier, Drache, Indianer, Cowboy, Pirat, Bär und natürlich Prinzessin – an die hundert Kostüme für Kinder, ein jedes Gwändli einzigartig, hat Hildy Etter von Rotz bislang genäht, zuerst für einen Kostümverleih, nun für die Spielzeugbörse Frauenfeld. «Ich sammle alles: Knöpfe, Bänder und Stoffe», sagt Etter von Rotz. Sie komme an keinem Stoffladen vorbei, ohne dass sie drin gewesen sei, meint sie lachend. Oft wird die gelernte Zahnarztgehilfin mit Zweitausbildung zur Handarbeits- und Werklehrerin auch in Brockenstuben fündig.

Früher eine aktive Fasnächtlerin

«Früher bin ich immer an die Bechtelisnacht gegangen.» Während fast 30 Jahren nahm sie aktiv an der Frauenfelder Fasnacht teil. Zuvor wirkte sie mehrere Jahre an den Schnitzelbank-Abenden des Turnvereins Warth-Weiningen mit – stets originell verkleidet nahm sie ein aktuelles, lokalpolitisches Thema auf und sorgte mit Witz und Humor für Stimmung.

Seit 2006 bei ihr eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert wurde, motiviert sie sich immer von Neuem, zu kämpfen. «Was man erlebt hat, kann einem niemand nehmen», nimmt Hildy Etter von Rotz jeden Tag, wie er kommt. Sie freue sich jetzt schon auf den grossen Frauenfelder Fasnachtsumzug vom kommenden Sonntag, wo sie dem bunten Treiben zuschaut und vielleicht das eine oder andere von ihr genähte Gwändli wiedererkennt.

Aktuelle Nachrichten