«Sie kennen die Gegebenheiten nicht»

Auf dem Hochrhein kommt es immer wieder zu Unfällen, weil Freizeitkapitäne die Strömung des Gewässers unterschätzen. Gerade jetzt, nach einer langen Regenperiode, müsse man besonders aufpassen, sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

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Daniel Meili Mediensprecher Kantonspolizei Thurgau (Bild: pd)

Daniel Meili Mediensprecher Kantonspolizei Thurgau (Bild: pd)

Auf dem Hochrhein kommt es immer wieder zu Unfällen, weil Freizeitkapitäne die Strömung des Gewässers unterschätzen. Gerade jetzt, nach einer langen Regenperiode, müsse man besonders aufpassen, sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Herr Meili, der Mann, der am Sonntag in Diessenhofen ins Wasser geschleudert wurde, sagte gegenüber der Polizei, er habe die starke Strömung unterschätzt. Wie erfahren war er?

Er war gemäss eigenen Angaben das dritte oder vierte Mal auf dem Hochrhein unterwegs.

Überschätzen sich denn die Leute zu sehr?

Die Freizeitkapitäne kommen teils von weit her, um auf dem Hochrhein zu fahren. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten nicht. Auf den ersten Blick fliesst der Rhein schön ruhig und gleichmässig. Viele sind sich deshalb der Kraft der Strömung und der Tücken der Hindernisse nicht bewusst.

Wo liegen diese Tücken?

Wichtig ist: Weg von Wiffen, Brückenpfeilern und Kursschiffen und immer in der Nähe des Ufers bleiben. Rettungswesten müssen selbstverständlich sein. Zudem sollen die Schlauchboote nicht zusammengebunden werden. Denn dann können sie noch schlechter oder gar nicht mehr manövrieren.

Wo gilt es, besonders aufzupassen?

Neben der Hochrheinstrecke auch auf der Thur. Obschon ein «nicht schiffbares Gewässer», sind hier viele Freizeitkapitäne unterwegs. Kritische Stellen sind unter anderem Wehre und Schwellen, wo Boote und Luftmatratzen leicht in den Wasserwalzen hängenbleiben können. Aber auch Steine, Sandbänke, Äste und ganze Baumstämme bergen grosse Risiken. Je nach Wetterlage kann die Thur zudem innert kurzer Zeit zu einem reissenden Fluss werden.

Müsste man besser informieren?

Wir machen verschiedentlich auf die Gefahren aufmerksam. Neben den Infos unter www.kapo.tg.ch/hochrhein sind an beliebten Einstiegsstellen am Hochrhein Warntafeln aufgestellt. An Tagen mit viel Verkehr patrouillieren die Seepolizei Thurgau und die Schaffhauser Polizei. Doch schliesslich bleibt die Verantwortung bei den Freizeitkapitänen selbst. Jeder, der auf den Hochrhein geht, sollte sich vorher über die Gefahren informieren und sich entsprechend verhalten. (don)