Sie kam, sprach und siegte

Veronika Diethelm ist neue Präsidentin der Primarschulgemeinde. Sie wurde am Dienstagabend an der Rechnungsversammlung zur Nachfolgerin von Urs Gassmann gewählt.

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Damit hatte niemand gerechnet. Schulpräsident Urs Gassmann war in Gedanken bereits beim nächsten Traktandum, als eine Frau sich erhob und sich als Vroni Diethelm vorstellte. «Es darf nicht sein, dass dieses Amt vakant bleibt», erklärte sie und hielt inne. Eben hatte Gassmann verkündet, dass sich bis dato niemand gemeldet hätte, der sein Amt im August übernehmen wolle. «Ich bin bereit dazu», sagte Veronika Diethelm entschlossen. Es war ein spontan gefällter Entscheid. «Ich habe bis zuletzt gehofft, dass es anders komme.» Der Applaus war so kräftig, dass eine Abstimmung nicht mehr nötig gewesen wäre. Freilich, die 53-Jährige aus Buch war ohne Konkurrenz, aber sie bringt beste Voraussetzungen mit. Als sechsfache Mutter und Sekretärin an der Sek Hüttwilen kennt sie das Schulwesen aus familiärer und beruflicher Sicht. Zudem war sie acht Jahre lang Mitglied der Sekundarschulbehörde Hüttwilen. Veronika Diethelm erreichte im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen mit 45 von 46 möglichen Stimmen das beste Resultat. Wiedergewählt wurden auch Monika Heinzler (41) Irene Krapf (43), Karin Richiger und Karin Baumann (je 39 Stimmen).

Gassmann übernahm Schule in schwieriger Zeit

Urs Gassmanns Zeit als Schulpräsident von Uesslingen-Buch endet am 31. Juli. Bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren befand sich die Schule in einer schwierigen Zeit. Im Fokus standen der Verkauf des Schulhauses Buch, ein oder zwei Schulstandorte und die Sanierung der Schulanlage Uesslingen, was für viel Zündstoff sorgte zwischen Behörde und Schulbürgern. Inzwischen sind diese Themen geklärt. «Die Schule ist in solidem Zustand, und ich blicke auf interessante und lehrreiche Jahre zurück», sagte Gassmann. Unterschiedliche Meinungen seien richtig und wichtig für eine Demokratie. «Es braucht die Auseinandersetzung mit Positivem und Negativem», dadurch könne die Schule wachsen. «Was es nicht braucht, sind Gerüchte und Gemotze im Hintergrund.» Wer die Arbeit der Schule positiv sehe, solle dies kundtun, wünschte er sich – und Nörglern Paroli bieten respektive widersprechen. «Das ist nicht einfach, aber es würde helfen.»

Die Rechnung 2016 schliesst mit einen Gewinn von 185000 Franken. Dieser wird dem Erneuerungsfonds Baufolgekosten zugefügt, der nun 951000 Franken aufweist. Die Erklärungen, welche die Rechnungsführerin zur erstmals in HRM 2 erstellten Rechnung abgab, verstanden wohl die wenigsten im Publikum. Anders war das kollektive Gelächter nicht zu deuten, das auf Gassmanns Aufforderung zur Abstimmung folgte: «Das Wichtigste ist, dass Sie unsere Rechnung jetzt annehmen.»

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

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