Sie ist singend auf der Bühne daheim

ESCHENZ. Die Lehrerin Laura Strasser aus Eschenz macht bei der Musikshow «The Voice of Switzerland» mit. Sie ist beim Bluesmusiker und Coach Philipp Fankhauser im Team und hofft, dass viele Zuschauer am Samstag ihre Stimme hören.

Gjon David
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Lehrerin Laura Strasser singt und spielt Gitarre in ihrem Musikstudio in Eschenz. (Bild: Gjon David)

Lehrerin Laura Strasser singt und spielt Gitarre in ihrem Musikstudio in Eschenz. (Bild: Gjon David)

Mit ihrer Interpretation von «Nobody's Wife» der holländischen Rocksängerin Anouk überzeugte Laura Strasser bei «The Voice of Switzerland» nicht nur das zahlreiche Publikum, sondern gleich drei Coaches. Philipp Fankhauser, Stress und Marc Sway.

«Die Musik von Marc Sway und Stress spricht mich nicht so an», gesteht die 38-jährige Oberstufenlehrerin. Deshalb habe sie sich für Fankhauser entschieden. «Er ist ein super Musiker und ist trotz grossem Erfolg bodenständig geblieben.»

Schüler melden sie an

Vor einigen Monaten drängten ihre Schüler von der Steckborner Sonderschule Glarisegg Strasser zu einer Teilnahme bei «The Voice of Switzerland». Die Lehrerin liess sich nicht lange überreden, suchte drei Lieder aus und fuhr für das erste Casting nach Zürich. «Ich kam als eine der letzten an die Reihe», erinnert sich Strasser. «Die Jurymitglieder, es waren um die zehn Leute, waren ermüdet nach einem so langen Tag.»

Das Dumme war, dass Strasser eine langsame Ballade vorbereitet hatte. «Ich bin ein sehr spontaner Mensch und entscheide meistens aus dem Bauch», sagt sie. Spontan änderte Laura Strasser also ihre Strategie. Sie sang das rockige Lied «Nobody's Wife».

Perfekt und überzeugend

«Es war perfekt. Die Jury war begeistert. Sie stand auf und gab kräftigen Applaus.» Es sei sehr schwierig gewesen, ihnen innerhalb von 90 Sekunden ihr musikalisches Können zu zeigen, erinnert sich Strasser an die sogenannte Blind Audition, wo sie erneut die rockige Nummer der holländischen Sängerin Anouk sang. Obwohl, Erfahrungen auf der Bühne hat sie genug. Der Musik verschrieb sie sich seit ihrem 13. Lebensjahr und spielte in einigen Bands. Dennoch war für sie immer klar, dass die Musik nur ihr Hobby sein sollte.

Die wilde 13

Derzeit widmet Strasser der Musik weniger Zeit. «Meine 5jährige Tochter Jo hält mich genug auf Trab.» Das einzige Projekt zurzeit ist die Partyband «Die wilde 13», mit der Strasser 70er-Jahre-Discofunk zum besten gibt. Auch an Hochzeiten wird sie immer öfter gebucht: «Viele Paare wünschen sich kein klassisches Lied mehr in der Kirche, sondern lieber einen englischen Lovesong.» Mit ihrem Lebenspartner Roger Egli, der auch Musiker ist und Nachhilfestunden in Gitarre gibt, lebt Laura Strasser in ihrem schönen und kreativ eingerichteten Elternhaus in Eschenz. «Schon meine Grosseltern lebten hier», erzählt die Sängerin. Aus Eschenz wegziehen sei für sie nie in Frage gekommen. «Ich lebe gerne hier. Ich liebe den See und den Rhein.»

Auch grössere Reisen

Das heisse aber nicht, dass sie nie aus Eschenz rauskomme. «Im Gegenteil, ich verreise gern und habe auch schon eine grössere Reise getätigt.» Grosse Herausforderungen habe sie immer gern in Angriff genommen.

So trat die Eschenzerin schon im Zürcher Volkshaus vor HIM auf und in Leipzig beim Wave-Gotik-Treffen sang sie vor tausenden Zuhörern. «Ich habe weder Bilder noch Videos von diesen Auftritten. Zu dieser Zeit waren Kassettenrecorder in», sagt Strasser.

Singen für die Tochter

Deshalb sei sie froh bei «The Voice of Switzerland» mitzumachen. «Meine Tochter soll später sehen können, was ich alles drauf hatte», sagt sie mit einem beherzten Lächeln. Für die Karriere den Beruf aufzugeben, käme für Laura Strasser nicht in Frage.

Dementsprechend steht für sie nicht das Finale der Sendung im Mittelpunkt: «Viele Menschen haben jetzt meine Stimme gehört und vielleicht entstehen in Zukunft interessante Projekte.» Deshalb hat sie auch vor kurzem eine Homepage aufgeschaltet.

Laura Strasser singt bei «The Voice of Switzerland» am Samstag, 16. Februar, 20.10 Uhr, SRF 1.