Sie geht mit ihren Sauen spazieren

KESSWIL. Die Gemeindeleiterin der katholischen Pfarrei Romanshorn, Gaby Zimmermann, führt gerne ihre zehn Schweine aus. Zwei ihrer Mini Pigs sind bereits 15 Jahre alt. Die Tiere sind reinlich und lernen unheimlich schnell.

Daniela Ebinger
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Gaby Zimmermann, Gemeindeleiterin der katholischen Pfarrei Romanshorn, bei einem Spaziergang mit ihren Minipigs. (Bild: Daniela Ebinger)

Gaby Zimmermann, Gemeindeleiterin der katholischen Pfarrei Romanshorn, bei einem Spaziergang mit ihren Minipigs. (Bild: Daniela Ebinger)

«Säuli, Säuli!», ruft Gaby Zimmermann und neun Mini Pigs rennen sofort auf sie zu. Hinterher trottet das zehnte Schweinchen – Swina. «Sie ist mit ihren 15 Jahren nicht mehr die Schnellste und merkt ihre Arthrose», sagt die Gemeindeleiterin der katholischen Pfarrei Romanshorn. Mit allen zehn Schweinchen und einem Becken voll Obst und Gemüse macht sie sich auf zu einem Spaziergang. Die Schweinchen trotten Gaby Zimmermann hinterher, rennen voraus oder betteln auch mal um ein Stückchen Apfel. «So ein Spaziergang ist für die Klauen der Säuli gut, dann muss man sie kaum oder gar nicht mehr schneiden», sagt Toni Bühlmann, bei dem die Tiere leben. Seine ersten Schweinchen bekam er von der Kirchenvorsteherschaft und Gaby Zimmermann zu seinem 25-Jahr-Jubiläum als Priester geschenkt. Das ist 16 Jahre her, heute ist er pensioniert.

Mini Pigs hören auf ihre Namen

Jedes der Minischweine trägt einen passenden Namen, auf den es auch hört. So heisst das schwarze Schweinchen Nera, das Gescheckte Schäcki und das eher rundliche Schweinchen Molli.

Nach dem Spaziergang werden die Tiere gefüttert. Sie wissen genau, wie es vor sich geht. Die zwei Kleinsten, Schäcki und Mira, laufen eilig Gaby Zimmermann hinterher und stecken, auf dem Vorplatz angekommen, sofort ihre Schnauzen in die Futtertöpfe. Swina will ihnen folgen und merkt, dass es für sie hier nichts zu holen gibt. Grunzend kehrt sie und läuft zum Stall, wo sie auch fündig wird – dort steht bereits ihr Futter.

Schweine faszinieren Gaby Zimmermann und Toni Bühlmann schon lange. «Der heilige Antonius der Einsiedler ist auch als <Säuli-Toni> bekannt», sagt Gaby Zimmermann. Der Patron der Haus- und Nutztiere habe zudem auf vielen Darstellungen ein Schwein bei sich.

Die ersten beiden Schweine bekamen ihr Heim im Pfarrgarten in Romanshorn. Im Verlauf der Zeit kamen fünf weitere dazu. Schwein Nera bekam unerwartet Junge, und so wurde es eine ansehnliche Rotte, die sich zuverlässig an der Geländepflege beteiligt. Als Toni Bühlmann pensioniert wurde, zogen sie mit ihm nach Kesswil.

Wenn Toni Bühlmann den Säuli zwei Mal etwas zeigt, dann wissen sie genau, wie es geht. «Es sind sehr gescheite Tiere», sagt er und weist darauf hin, wie sauber sie seien. Die Tiere schlafen in der Nacht im Stall auf viel Stroh. «Das heisst, sie wuscheln sich ins Stroh hinein, und manchmal sieht man sie im Strohhaufen gar nicht mehr.» Am Morgen lässt er sie jeweils nach draussen. Dann erledigen die Tiere ihr Geschäft im Freien. Das Stroh halten sie sauber. «Das funktioniert nur, wenn sie genügend Platz haben», sagt er. Im Freien haben die Tiere zudem ihren separaten Fress- und Suhlplatz. Letzterer sei wichtig, weil sich die Schweine auf diese Weise abkühlten. «Sie können nicht schwitzen und wälzen sich zur Abkühlung im nassen Lehm.»

Sie lieben Streicheleinheiten

Die Mahlzeit ist zu Ende, und Nera stupst Toni Bühlmann mit der Nase an. Sie grunzt leise. Der pensionierte Priester streichelt das borstige Tier am Kopf, und es legt sich der Länge nach vor seine Füsse. «Sie lieben es, am Bauch gekrault zu werden», sagt er und streichelt Nera, die das sichtlich geniesst. In Kesswil sind die Schweinchen nun seit über drei Jahren zu Hause. Rund um das Haus hat es genügend Platz für die Tiere. So machen sich die ersten auf den Weg in Richtung Wiese. Nera und Swina ruhen sich dagegen genüsslich auf dem geschützten Strohbett an der Sonne aus.