Sichtweite messen für die Rega

Wenn die Rettungsflugwacht in Zukunft Menschen bei schlechtem Wetter retten kann, dann greift sie auch auf Wetterdaten vom Seerücken bei Salen-Reutenen zurück.

Gudrun Enders
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Die Holzlatten zeigen, wo die Wetterstation um zwei neue Geräte ergänzt werden soll. (Bild: Gudrun Enders)

Die Holzlatten zeigen, wo die Wetterstation um zwei neue Geräte ergänzt werden soll. (Bild: Gudrun Enders)

HOMBURG. Die Rega braucht mehr Wetterdaten. Die kommen spätestens ab 2017 auch aus der Gemeinde Homburg. Zurzeit liegt auf der Gemeindeverwaltung ein Projekt auf. Die Meteo Schweiz plant, ihre vollautomatische Messstation bei Salen auf dem Seerücken zu ergänzen.

Zwei neue Geräte nötig

Künftig sollen dort auch Sichtweite, Bewölkungsgrad und Wolkenuntergrenze mittels zweier neuer Geräte gemessen werden. «Dazu sollen ein Ceilometer und ein present weather sensor aufgestellt werden», sagt Nina Aemisegger, Mediensprecherin der Meteo Schweiz. «Die Kosten trägt die Rega.» Die Infrastruktur stellt Meteo Schweiz zur Verfügung. Die neuen Geräte werden innerhalb der bestehenden Anlage installiert und brauchen lediglich zwei Betonfundamente und einen Stromanschluss.

Kleine Auflage, grosses Projekt

Dahinter steckt ein grosses Projekt, in das die Schweizerische Rettungsflugwacht bis 2017 rund sechs Millionen Franken investieren will. Ein die ganze Schweiz überziehendes Netz an Wetterstationen und Webcams wird den Helikoptern Daten liefern, damit die Rega künftig auch bei schlechtem Wetter Menschen retten kann. Mit den Daten werden allwettertaugliche Helikopter gefüttert, die etwa bei fehlender Sicht via Instrumentenflugverfahren ans Ziel kommen. Derzeit können in der Schweiz etwa 600 Patienten pro Jahr wegen schlechten Wetters noch nicht aus der Luft versorgt werden.

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