Sichtbar sicher schwimmen

STECKBORN. Während der Badesaison kommt es auf dem Untersee und Rhein immer wieder zu Unfällen zwischen Schwimmern und Wasserfahrzeugen. Mit der Kampagne «Kluge Schwimmer leben länger» will die Polizei auf die Gefahren hinweisen.

Gjon David
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Urs Eberli von der Seepolizei mit Lukas Reimann von der URh.

Urs Eberli von der Seepolizei mit Lukas Reimann von der URh.

Sie springen kopflos von Brücken ins Wasser. Schwimmen den See rauf und runter, ohne Rücksicht auf Wasserfahrzeuge zu nehmen, und benützen nur ungern sichtbare Badekappen.

Die Rede ist von Leuten, die in Schweizer Seen schwimmen. Während der Badesaison komme es auf den intensiv genutzten Seen immer wieder zu heiklen Situationen oder zu Unfällen zwischen Schwimmern und Wasserfahrzeugen.

Für Gefahren sensibilisieren

«Um die Wassersportler für diese Gefahren nachhaltig zu sensibilisieren, führen wir diesen Sommer die Kampagne <Kluge Schwimmer leben länger> mit neuen Kommunikationsmitteln weiter», sagt Urs Eberli, Dienstchef Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau. Eberli informiert weiter, dass wir auf den Seen eine sehr grosse Nutzungsdichte haben: Schwimmer, Freizeitkapitäne, die mit ihren Segel- und Motorschiffen unterwegs sind, Mietboote, Windsurfer, Wasserskifahrer, Wakeboarder, Berufs- und Hobbyfischer und schliesslich noch die Kursschiffe.

Sie alle sind auf dem Wasser, und der Schwimmer ist im Wasser am wenigsten sichtbar unter ihnen. Deshalb sei er auch am gefährdetsten, von den grossen Schiffen oder auch den kleineren übersehen zu werden. «Wenn dann auch noch die Sonne scheint und das Wasser auf der Oberfläche glitzert, dann sind sie praktisch unsichtbar», sagt Lukas Reinmann, Betriebschef der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). «Leicht können sie von einem Boot oder grossem Kursschiff überfahren werden», so Reinmann weiter. Deshalb sei es überaus wichtig, dass die Leute, wenn sie längere Strecken schwimmen, sichtbare Badekappen anziehen. Denn ein Schiff kann nicht auf der Stelle eine Notbremse vornehmen. «Bis so ein Schiff – ist es auf voller Fahrt – stillsteht, braucht es Zeit.»

Webseite für Smartphones

Raphael Studer von der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG ist sich bewusst, «dass Schwimmen im See ein herrliches und gesundes Erlebnis ist», aber nur so lange, wie gegenseitig Respekt, Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit seitens der vielen verschiedenen Seebenützer – vor allem auf grossen Seen wie dem Bodensee – gewahrt bleibe. Deshalb seien die drei Botschaften der Kampagne unbedingt zu berücksichtigen: Sich sichtbar machen und nicht alleine schwimmen – «auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden». Rücksicht nehmen, auch gegenüber Schiffen. Nur in erlaubten Bereichen schwimmen. Neu steht eine mobile Webseite für Smartphones und Tablet-PCs zur Verfügung – um ortsabhängige Informationen und Tips zu beziehen oder zu einzelnen Badestellen Kommentare abzugeben. Diese interaktiven Inhalte sind unter www.klugeschwimmer.ch zu finden.

Richtig so: Polizeitaucher schwimmen mit sichtbaren Badekappen.

Richtig so: Polizeitaucher schwimmen mit sichtbaren Badekappen.

Aus der Sicht des Kapitäns sind die Schwimmer ohne sichtbare Badekappen kaum ersichtlich. (Bilder: Gjon David)

Aus der Sicht des Kapitäns sind die Schwimmer ohne sichtbare Badekappen kaum ersichtlich. (Bilder: Gjon David)

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