SICHERHEIT: Die meisten Übergänge sind saniert

Die Appenzeller Bahnen müssen noch 135 Bahnübergänge sanieren. Die anderen Bahnunternehmen in der Ostschweiz sind einen Schritt weiter. Allerdings haben sie auch einfachere Voraussetzungen.

Johannes Wey
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Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Der Unfall am Dienstag in Urnäsch schreckte auf: Ein Auto wurde auf einem Bahnübergang von einem Zug erfasst. Der Lenker und seine zwei Söhne mussten verletzt ins Spital eingeliefert werden (Ausgabe von gestern). Damit rückt die Sicherheit auf Bahnübergängen wieder ins öffentliche Bewusstsein. Mit einer Änderung der Eisenbahnverordnung hat der Bund die Eisenbahnunternehmen schon länger verpflichtet, die Sicherheit zu erhöhen. Dafür müssen schweizweit fast 2800 von rund 4500 Übergängen saniert oder aufgehoben werden. Je nach Verkehrsfrequenz, Zuggeschwindigkeit und Sichtweite sind Massnahmen wie Andreaskreuze mit Blinklicht oder Bahnschranken nötig. Seit Ende 2015 sind rund 85 Prozent der nicht mehr regelkonformen Bahnübergänge saniert, wie das Bundesamt für Verkehr schreibt. Dazu zählt auch der Urnäscher Bahnübergang Saien, auf dem sich der Unfall vom Dienstag ereignet hat.

Trotzdem treibt die Sanierung der Übergänge die Appenzeller Bahnen (AB) noch immer um. Obwohl zwischen 2003 und 2016 334 Bahnübergänge verbessert oder aufgehoben wurden, entsprechen 135 noch immer nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die nötigen Massnahmen seien allerdings alle bereits geplant, zahl­reiche Projekte würden aber durch Einsprachen blockiert, sagt AB-Sprecher Alexander Liniger.

Züge fahren mitten durch die Dörfer

Die anderen Bahnunternehmen in der Ostschweiz sind in dieser Hinsicht weiter – auch weil ihre Ausgangslage eine einfachere war als im Appenzellerland, wo sich die Schienen durch die Hügellandschaft und oft mitten durch die engen Dörfer schlängeln.

Die SBB haben sämtliche Bahnübergänge auf ihrem Netz bereits Ende 2014 den neuen ­Sicherheitsvorschriften angepasst. Auf diesem Netz fahren auch die Thurbo-Züge. Der Ostschweizer Regionalbahn gehört lediglich die Strecke Wil–Weinfelden–Konstanz. Für eine Stellungnahme zur Situation auf dieser Strecke war das Unternehmen allerdings nicht erreichbar.

Die Südostbahn (SOB) hat ihre insgesamt 100 Bahnübergänge bis Ende 2014 nachgerüstet. Bei einigen davon sind allerdings noch einzelne Punkte zu bereinigen. In der Ostschweiz hatte das Unternehmen damit wenig Mühe, sagt Sprecherin Ursel Kälin. «Das ist historisch bedingt. Die Bahntrassen der ehemaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn wurden so angelegt, dass sie wenige Strassen queren.» Damit sei die Ausgangslage der SOB komfortabler gewesen als etwa jene der AB.

Die Appenzeller Bahnen sind auch für die Führung der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) verantwortlich. Bei der FWB entsprechen praktisch alle Bahnübergänge den Vorschriften, sagt Sprecher Alexander Liniger. Von 103 Bahnübergängen wurden bis 2016 58 saniert und 42 aufgehoben. Zwei Projekte seien noch in Arbeit. Das eine werde durch eine Einsprache verzögert, beim anderen warte man ab, bis Klarheit bei einem Strassenprojekt am ­selben Ort herrsche.