Sicherer baden in Weinfelden

Während des Sommers ist das Hallenbad des Weinfelder BBZ geschlossen. Drinnen laufen die Arbeiten der zweiten Etappe der Sanierung des Bades. Die Neuerungen sollen vor allem die Sicherheit verbessern, aber auch Energie einsparen.

Kaspar Enz
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Im Innern des Hallenbades des BBZ Weinfelden werden die Duschen erneuert. (Bild: Nana do Carmo)

Im Innern des Hallenbades des BBZ Weinfelden werden die Duschen erneuert. (Bild: Nana do Carmo)

weinfelden. Noch fehlt nicht nur das Wasser in den Becken. Viele Wände und Böden im Hallenbad des Berufsbildungszentrums Weinfelden (BBZ) sind noch verkleidet, wo die neuen Mosaikplatten noch nicht verlegt sind. Überall wird noch gearbeitet, aus der neuen Decke in der Garderobe hängen Kabel. Noch einen Monat, dann soll hier wieder gebadet werden. Das sei vielleicht schwer zu glauben, sagte Kantonsbaumeister Markus Friedli gestern bei einem Rundgang. «Aber das denkt man fast bei jeder Baustelle und trotzdem klappt es meistens.

» Auch die zweite Etappe der Sanierung des Weinfelder Hallenbads werde Ende August fertig – zeitgerecht und im Budget, versichert Friedli.

«Alarmstufe Rot»

Dass die Sanierung des 1979 gebauten Hallenbades notwendig war, machte ein Vorfall vor zwei Jahren klar. Einer der Dachträger war gebrochen. «Da hiess es Alarmstufe Rot», sagte Friedli.

Als Sofortmassnahme wurden die Träger verstärkt – und alle Hallentragwerke im ganzen Kanton überprüft. Die Tragkonstruktion in Weinfelden ist dabei als zu schwach befunden worden, und so erhielt das Hallenbad in der ersten Sanierungsetappe im Sommer 2009 ein neues Dach.

Die Gelegenheit wollte man aber nutzen, und so soll nicht nur das Dach erneuert werden. Das 30 Jahre alte Gebäude sei sanierungsbedürftig, sagte Friedli. Das heisse aber nicht, dass der Bau schlecht gewesen sei.

Die Frauenfelder Architekten Antoniol und Huber, die das BBZ und viele andere markante Thurgauer Schulhäuser bauten, stehen auch bei der Sanierung des Hallenbades Pate. 6,5 Millionen Franken kostet die Sanierung des Hallenbades in vier Etappen. «Das ist relativ kostenintensiv», sagte Friedli, aber man müsse auch die Verhältnisse sehen. 15 000 Kubikmeter hat der Bau. «Das sind 10 bis 15 stattliche Einfamilienhäuser.»

Geländer erhöht

2,5 Millionen kostet die zweite Etappe, die nun im Gange ist. Dafür haben die Schwimmer, die am 30. August das neue Bad besuchen, einiges zu bestaunen: So wurden Garderoben und Duschen ebenso erneuert wie der Beckenumgang. Auch die Geländer der Garderoben im ersten Stock wurden erhöht. «Die Menschen werden grösser», sagte Andreas Kern, Leiter der Abteilung Bildungsbauten beim Hochbauamt – und mit ihnen wandeln sich die Sicherheitsvorschriften.

Als das Hallenbad gebaut wurde, mussten die Geländer noch 90 Zentimeter hoch sein, nun ist die Mindesthöhe ein Meter. Die neuen Geländer im BBZ-Hallenbad sind noch fünf Zentimeter höher.

Ein grosser Teil der Neuerungen bleibt für die Schwimmer allerdings unsichtbar. Das betrifft nicht nur weitere Sicherheitsmassnahmen, die den Nutzern nur im Notfall auffallen dürften. Bereits mit der Sanierung des Daches 2009 wurde die Isolation angepasst.

Eine zusätzliche Wärmedämmung im Zuluftkanal sorgt dafür, dass der Energieverlust dort um 80 Prozent reduziert werden kann. Denn, «ein Hallenbad ist eine Energieschleuder», sagte Andreas Kern. 30 Prozent weniger Energie wird das Hallenbad nach abgeschlossener Sanierung verbrauchen. Ausserdem wird es an die Abwärme der KVA angeschlossen.

Auch die nächste Etappe 2011 wird wieder im Sommer durchgeführt, während das Freibad offen ist. Doch davon werden die Schwimmer wenig bemerken. Dann wird vor allem unter dem Becken gebaut, wo die Lüftungsaggregate und Teile der Wasseraufbereitungsanlage erneuert werden sollen. 2012 folgt schliesslich die Sanierung des Daches der Garderobe und die Oberlichtkonstruktionen. Dem BBZ steht aber noch ein weiteres grosses Bauprojekt bevor: Die Turnhalle soll aufgestockt werden. Diesem Projekt müssen aber die Stimmbürger noch ihren Segen geben.

Das Schwimmbecken mit dem neuen Notausgang. (Bild: pd)

Das Schwimmbecken mit dem neuen Notausgang. (Bild: pd)