Sicher unterwegs zu Schule und Bahnhof

RHEINKLINGEN. Heute Freitag stimmt die Gemeinde Wagenhausen über viel Geld ab. Mit einem Kredit über 810 000 Franken soll ein Veloweg von Rheinklingen nach Etzwilen gebaut werden – damit Schüler und Pendler sicherer unterwegs sind.

Gudrun Enders
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Der Velostreifen der Etzwiler Strasse ist sehr schmal. (Bild: Gudrun Enders)

Der Velostreifen der Etzwiler Strasse ist sehr schmal. (Bild: Gudrun Enders)

Es ist eine grosse Ausgabe für die kleine Rheingemeinde. «Wir sind bereit, die Kosten für diesen Veloweg zu tragen», sagt Gemeindepräsident Harry Müller. Der gesamte Gemeinderat steht hinter dem Projekt. In erster Linie ist ihnen wichtig, dass Schüler und Pendler sicherer von Rheinklingen nach Etzwilen und Kaltenbach kommen. Denn Rheinklingen selbst hat nicht einmal einen ÖV-Anschluss. Der nächste Bahnhof befindet sich in Etzwilen. Aber die Strasse zum Nachbardorf hat keine Mittellinie, keine Beleuchtung und nur einen schmalen gelben Radstreifen.

Nun soll der neue Veloweg von durchschnittlich zwei Meter Breite durch einen Grünstreifen inklusive Bankett von der eigentlichen Strasse getrennt werden. Wo es möglich ist, wird der eineinhalb Kilometer lange Veloweg sogar zwei Meter über dem Strassenniveau gebaut, so dass die Velofahrer noch klarer vom Autoverkehr getrennt und damit noch sicherer unterwegs sind.

Lücke im Velowegnetz schliessen

In den vergangenen acht Jahren wurden in der gesamten Gemeinde Wagenhausen die Velo- und Schulwege ausgebaut. Mit dem geplanten Veloweg von Rheinklingen nach Etzwilen steht die letzte Etappe an – damit kann die Lücke im Netz der Schulradwege geschlossen werden. Das ist der zweite Grund, weshalb der Gemeinderat das Projekt befürwortet. «Die Finanzierung könnte aber für Diskussionen sorgen», sagt Gemeindepräsident Müller. Die Einwohner wurden an einer Orientierungsversammlung im August schon über die Pläne in Kenntnis gesetzt.

Da es sich um eine Gemeindestrasse handelt, wird der Kanton nichts an das Projekt zahlen. «Die Schulgemeinde würde aber einen Beitrag leisten», sagt Müller. Er hofft, dass seine Gemeinde die 810 000 Franken ohne Kredit aufbringen kann. «Wir hatten in diesem Jahr weniger Investitionen, weil sich das Projekt für den Hochwasserschutz verschoben hat. Deshalb ist zurzeit genügend Liquidität vorhanden.» Allerdings sieht Müller zukünftige Gemeinderechnungen negativ schliessen. Eine Steuerfusserhöhung zeichne sich am Horizont ab. Zurzeit weist die Politische Gemeinde Wagenhausen einen Steuerfuss von 54 Prozent auf.

Das Projekt im Detail

In der Botschaft zur heutigen Gemeindeversammlung findet sich das Projekt im Detail vorgestellt. Auf den ersten 50 Metern am Ortsausgang von Rheinklingen wird der zweieinhalb Meter breite Velo- und Fussweg noch direkt neben der Strasse geführt. Der Grund: Der Landverbrauch soll möglichst gering bleiben, da es sich um Bauland handelt. Danach wird der Veloweg 150 Meter lang drei Meter breit gebaut – damit auch landwirtschaftliche Fahrzeuge verkehren können.

Gemeindeversammlung: heute 20 Uhr, Turnhalle Kaltenbach