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SIA geht in die Kirche

Die Mitglieder des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverbandes Sektion Thurgau besuchten die renovierte Frauenfelder Stadtkirche.
Werner Lenzin
Ruedi Elser kantonaler Denkmalpfleger (Bild: Werner Lenzin)

Ruedi Elser kantonaler Denkmalpfleger (Bild: Werner Lenzin)

FRAUENFELD. Architekten, Ingenieur und die Denkmalpflege müssen hie und da zusammenarbeiten. Dabei hilft auch der Austausch zwischendurch. Deshalb liess sich die Sektion Thurgau des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) vom kantonalen Denkmalpfleger Ruedi Elser die sanierte Stadtkirche Frauenfeld zeigen. Im Anschluss hielt er noch ein Referat.

Kosten von 5,4 Millionen

Ruedi Elser zog bei der Kirchenführung den Architekten Peter Büchel und die Architektin Linda Wenninger mit ein. «Die Stadtkirche ist vor 110 Jahren im neubarocken Stil als grösste Pfarrkirche im Thurgau erbaut worden», erklärte Elser. Der damalige Pfarrer wünschte sich eine Kirche für 1000 Personen. Der Denkmalpfleger bezeichnet das von Architekt Albert Rimli erbaute Gotteshaus als Bollwerk. Laut Elser wurde die Kirche zwischen 1967 und 1969 letztmals renoviert. Die jetzige Renovation wurde notwendig wegen der starken Verschmutzung im Innern, der veralteten Haustechnik und wegen des Zustandes der Aussenfassade. Der verantwortliche Architekt, Peter Büchel aus Weinfelden, wies darauf hin, dass für den Bau fünf verschiedene Arten von Steinen verwendet wurden und bei der im Mai 2014 begonnenen Renovation auch die Liturgie einbezogen wurde. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich laut Büchel auf 5,4 Millionen Franken.

Aufgaben der Denkmalpflege

Nach der Führung durch die Kirche begrüsste SIA-Präsident Reto Mästinger die 40 teilnehmenden Mitglieder in der Kantonsbibliothek. «Jedes Denkmal ist an die materielle Substanz gebunden, aus der es besteht und die seine Existenz erst ermöglichte», sagte er. Daraufhin stellte Ruedi Elser die Aufgaben der kantonalen Denkmalpflege vor. Er erzählte, dass im Thurgau 95 000 Bauten vor 1919 gebaut wurden. Rund 35 000 Bauten sind im Hinweisinventar des Kantons erfasst. 7500 Objekte sind als wertvoll oder besonders wertvoll eingestuft und etwa 4200 Objekte unter Schutz gestellt.

638 Baugesuche

Das Amt macht Inventare, Beratungen und Restaurierungsbegleitungen. 18 Gemeinden unterstützte das Amt im vergangenen Jahr bei der Ausarbeitung ihrer Schutzpläne. Auf Anfrage wurden 31 Gutachten auf Einstufungsüberprüfungen erstellt. «Als Fachstelle beraten wir Bauherren, Planende und Behörden im Umgang mit historischer Substanz und begutachteten letztes Jahr 638 Baugesuche», erklärt der Denkmalpfleger. «Bauabsichten, die in einem frühen Stadium vorbesprochen werden, können später als Baugesuch meist zügiger und reibungsloser bearbeitet werden.»

Auch neuen Herausforderungen gegenüber zeigt sich die Denkmalpflege offen. So hat sie beispielsweise mit Blick auf erneuerbare Energien das Thema Solaranlagen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Energie angepackt. Grosse Diskussionen auslösen werde auch das dichtere Bauen in bestehenden Siedlungen, sagt der Denkmalpfleger.

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