Sexplakat geht vielen zu weit

BOTTIGHOFEN. Nackte Pobacken, ein knapper String und ein eindeutig zweideutiger Slogan: In Bottighofen gibt es Beschwerden wegen einer Werbung für Prostituierte. Die Gemeinde will aber nicht gegen das Plakat einschreiten.

Martina Eggenberger Lenz
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Die anstössige Werbung hängt auch in Frauenfeld. (Bild:Donato Caspari)

Die anstössige Werbung hängt auch in Frauenfeld. (Bild:Donato Caspari)

Der fast nackte Frauen-Po sticht ins Auge. Er ist nur mit einem String bekleidet. Wäre das alles, dann ginge das Plakat, das an der Bottighofer Hauptstrasse plaziert ist, vielleicht noch als Unterwäschewerbung durch. Doch der nebenstehende Slogan ist eindeutig zweideutig: «Du hast den Stecker, wir die Dose.» Die Internetseite lust24.ch, um die es auf dem Plakat geht, wirbt für Prostituierte. Und das geht manchem zu weit. «Dekadent, geschmacklos und aggressiv» findet Leserbriefschreiberin Rosalba Nussio aus Berlingen die Reklame. Sie fordert die Gemeinde auf, Massnahmen zu ergreifen, dass das Plakat entfernt wird. Auch Schulpräsident Michael Thurau findet die Werbung «völlig daneben». Die Primarschule ist kaum hundert Meter vom anstössigen Plakat entfernt. Gemeindeammann Urs Siegfried sieht indessen keinen Grund, bei der Plakatgesellschaft zu intervenieren. Bis zu ihm seien keine weiteren Beschwerden von Bürgern durchgedrungen. Er persönlich findet die Sexreklame auch nicht sonderlich provokativ. Anders sah dies die Gemeinde Hefenhofen. Dort wurde das gleiche Plakat nach kurzer Zeit überklebt, weil der Gemeindeammann bei der Plakatgesellschaft Druck machte.

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