Sensibilisieren und wertschätzen

Der Dachverband für Freiwilligenarbeit Frauenfeld präsentierte am Samstag die verschiedenen Möglichkeiten von unentgeltlichen Arbeitseinsätzen.

Evi Biedermann
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Keine zu klein, eine freiwillige Helferin zu sein. (Bild: Evi Biedermann)

Keine zu klein, eine freiwillige Helferin zu sein. (Bild: Evi Biedermann)

Frauenfeld. Freiwillige Arbeit leisten viele in Frauenfeld, dennoch reicht es nicht, um die Nachfrage zu decken. Die Liste ist lang, wie ein Blick auf die Jobbörse des Dachverbands Freiwilligenarbeit Frauenfeld zeigt (DaFA): Hier wird Begleitung beim Einkaufen oder Spazieren gesucht, da Unterstützung beim Ausfüllen der Steuererklärung und dort jemand, der 80-, 85- oder 90-Jährige am Geburtstag besucht.

Für die lokalen sozialen Organisationen ist der DaFA seit seiner Gründung vor vier Jahren zentrale Schaltstelle bei der Suche und Vermittlung von Freiwilligen. Im europäischen «Jahr der Freiwilligenarbeit» will nun der Verband die freiwillige Arbeit bekannter machen.

Den Auftakt dazu machte der Informationsnachmittag vom Samstag. «Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren», sagt Brigitte Hänni. Auch gehe es um Wertschätzung und Anerkennung, erklärt die DaFa-Präsidentin. «Denn was Freiwillige leisten, ist von unschätzbarem Wert.»

Bei manchen selbstverständlich

In der Konvikthalle präsentierten sich eine Auswahl Verbandsmitglieder mit Standinformationen. Der Samariterverein war dort, der Tagesmütterverein, Pro Senectute, das Männerwohnheim und auch die Bahnhofpaten.

Einen freiwilligen Einsatz leisteten auch die Zipap Kids der Jugendmusikschule, die mit ihren Liedervorträgen die Herzen der Zuhörer im Nu eroberten.

An den Ständen liessen sich die Besucher gern in ein Gespräch verwickeln. Doch zeigten sie auch Interesse, sich in der Freiwilligenarbeit zu engagieren? Wie eine Umfrage der TZ zeigte, tun das bereits etliche. Sie arbeiten als Rotkreuzfahrerin, Bahnhofpate oder beim Mahlzeitendienst.

Den ersten Schritt gemacht

Manche sind freiwillige Helfer, ohne es zu wissen. So schüttelte eine Frau energisch den Kopf und meinte: «Ich hab schon genug anderes.

» In einem kurzen Wortwechsel stellte sich dann heraus, dass sie sich in der Nachbarschaftshilfe sowie in der eigenen Familie engagiert. «Das ist doch selbstverständlich», sagte sie nur.

Es gab aber auch die, die den ersten Schritt machten. «Ich möchte sprachlich helfen», erklärte eine Frau, das ausgefüllte Anmeldeformular noch in der Hand. Der Entscheid sei spontan erfolgt, aber aus Überzeugung. Nein, Lehrerin sei sie nicht, aber Deutsch könne sie und zudem gefalle ihr die Sprache.

«Integration beginnt bei der Sprache», sagte sie, und da könne man auch ohne Deutschdiplom, dafür mit dem Blick fürs Alltägliche seinen Beitrag leisten.

Infos: www.dafa-frauenfeld.ch

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