SELBSTHILFE: Geld bleibt eine grosse Sorge

Eine nationale Studie und das Projekt Peer-Begleitung waren Themen an der Jahresversammlung von Selbsthilfe Thurgau.

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Die Zahl der Selbsthilfegruppen hat sich in den letzten zehn Jahren in der Schweiz verdoppelt. Das zeigt das Ergebnis einer Studie, die Heidi Güttinger, Präsidentin der Selbsthilfe Thurgau, an der Jahresversammlung der Organisation vorstellte. Weniger erfreulich ist das Thema Geld. «Die knappen finanziellen Ressourcen der Selbsthilfe Thurgau haben zur Folge, dass die Selbsthilfe weiterhin stark auf Spenden angewiesen ist», heisst es im Bericht über die Versammlung.

«Die Selbsthilfe muss den Weg ins Netz finden», stellte die Stellenleiterin Ingeborg Baumgartner fest. Denn viele Hilfe­suchenden würden zuerst ins Internet gelangen, um eine Information oder Hilfe zu erhalten: Deshalb engagiere sich die Selbsthilfe Thurgau bei der anonymen Online-Beratung Safe-Zone. «Ziel ist, bis Ende 2018 zwei Selbsthilfegruppen mit virtueller Moderation zu gründen.»

Gut angelaufen sei das Projekt Peer-Begleitung. «Peers nennt man Menschen, die eine seelische Erschütterung erfahren haben und denen es gelungen ist, einen Prozess der Gesundung zu leben.» Zurzeit seien acht Peers unter Vertrag. Sie würden die Stellenleiterin in Kliniken, Schulen und bei anderen Vorträgen begleiten. «Daneben leiten sie auch Recovery-Gruppen für Menschen mit einer psychischen Erschütterung. Als selbst Betroffene haben ihre Aussagen einen höheren Stellenwert, weil sie aus der Praxis kommen.» (red)