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Selbst die Nachbarn ahnten nichts

WAGENHAUSEN. Ein junge Frau ist in Wagenhausen kurz nach dem Jahreswechsel Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Das gab die Staatsanwaltschaft Thurgau erst gestern bekannt und überraschte damit selbst die Dorfbewohner.
Gudrun Enders
Im Parterre des Hauses an der Dorfstrasse 1 in Wagenhausen wurde ein Tötungsdelikt verübt. Die Polizei hat die Wohnung versiegelt. (Bild: Reto Martin)

Im Parterre des Hauses an der Dorfstrasse 1 in Wagenhausen wurde ein Tötungsdelikt verübt. Die Polizei hat die Wohnung versiegelt. (Bild: Reto Martin)

«Miteinander reden.» – «Nachbarschaft pflegen.» Die Hausregeln hängen im Flur eines Mehrfamilienhauses in Wagenhausen. Es riecht nach Waschmittel und Essen. Es ist ein ganz normaler Block mit freundlichem Treppenhaus – wäre nicht eine Wohnung im Hochparterre von der Spurensicherung versiegelt worden. In diesem Haus in Wagenhausen wurde am 2. Januar eine junge Deutsche tot aufgefunden. Zwei Männer, darunter der Vater, stehen im Verdacht, sie getötet zu haben. Das hat die Staatsanwaltschaft Thurgau gestern mitgeteilt. Schweizer und deutsche Ermittler arbeiten in diesem Fall eng zusammen.

Im Parterre des Hauses an der Dorfstrasse 1 in Wagenhausen wurde ein Tötungsdelikt verübt. (Bild: Reto Martin)Im Parterre des Hauses an der Dorfstrasse 1 in Wagenhausen wurde ein Tötungsdelikt verübt. (Bild: Reto Martin)
Von aussen ist nichts vom Drama, dass sich in diesem Haus abspielte, zu erahnen. (Bild: Reto Martin)Von aussen ist nichts vom Drama, dass sich in diesem Haus abspielte, zu erahnen. (Bild: Reto Martin)
Die Polizei hat die Wohnung versiegelt. (Bild: Reto Martin)Die Polizei hat die Wohnung versiegelt. (Bild: Reto Martin)
Was geschah hinter dieser Türe? (Bild: Reto Martin)Was geschah hinter dieser Türe? (Bild: Reto Martin)
Das Medieninteresse am Fall Wagenhausen ist gross. (Bild: Reto Martin)Das Medieninteresse am Fall Wagenhausen ist gross. (Bild: Reto Martin)
Bild: Gudrun EndersBild: Gudrun Enders
Bild: Gudrun EndersBild: Gudrun Enders
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Tod einer 25-Jährigen im Thurgau


Einsatz von wenigen gesehen
Die Bewohner von Wagenhausen fielen aus allen Wolken. Sie erfuhren von der Gewalttat durch Radio und Internet. Einige hatten lediglich den Polizeieinsatz vor drei Wochen bemerkt. Eine Nachbarin etwa hatte am Bechtelistag gegen 23 Uhr eine Ambulanz und zwei Polizeiwagen mit Blaulicht gesehen. «Sogar die Strasse wurde gesperrt», sagt die Frau. «Aber wir haben nicht mitbekommen, was passiert ist.» Das bestätigt eine andere Frau, die in Wagenhausen arbeitet: «Das war weder Gespräch im Dorfladen noch in der Beiz.»

Gemeindepräsident Harry Müller wusste auch nicht mehr: «Ich habe von dem Tötungsdelikt erst über die Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft erfahren.» Viele in dem Mehrfamilienhaus und den beiden Nachbarblocks waren über Weihnachten und Silvester verreist. Doch auch jene, die die Festtage in Wagenhausen verlebten, haben nicht zwangsläufig etwas mitbekommen. «Ich war an Silvester und am 2.Januar zu Hause. Ich habe gar nichts gesehen, nicht einmal Polizeiautos», sagt Nachbarin Dora Fausch.

Auch über den Wohnungsbesitzer, einen 37jährigen Schweizer, ist wenig bekannt in der Nachbarschaft. Er soll erst vor einem halben Jahr eingezogen sein. Er sitzt, wie der Vater der Toten, in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft schliesst nicht aus, dass die junge Frau sexuell missbraucht wurde.

Erst nach drei Wochen informiert die Thurgauer Staatsanwaltschaft über das Gewaltverbrechen. «Wir waren zuerst nicht sicher, ob ein Tötungsdelikt vorliegt», sagt der zuständige Staatsanwalt Stefan Haffter. Wie genau die junge Frau gestorben ist, will er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. «Das ist Täterwissen.»

Zu Hause als vermisst gemeldet
Das Opfer wohnte in Wilhelmsdorf bei Ravensburg. Zum Jahresende verabschiedete sich die 25-Jährige von ihren Arbeitskollegen. Sie wolle mit Freunden in der Schweiz Silvester feiern. Das schreibt der «Südkurier». Dann hörten die Kollegen nichts mehr und meldeten die Frau schliesslich als vermisst, als sie nicht mehr zur Arbeit erschien.

Da war sie längst tot. Denn am 2. Januar ruft der 37jährige Schweizer die Ambulanz in seine Wohnung nach Wagenhausen. Zu der Zeit befindet sich auch der 48jährige Vater, ein Deutscher, in dieser Wohnung. Die Rettungskräfte trafen auf die zwei Männer und eine junge Frau, die eines unklaren Todes gestorben war. Sie riefen die Kantonspolizei Thurgau und den Staatsanwalt hinzu.

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