Sekschüler machen ihr Ding

ERMATINGEN. Mit den Aufführungen ihres Musicals verzeichneten die Drittklässler der Sekundarschule Ermatingen und das beteiligte Lehrerteam am Montag und Dienstag einen grossen Erfolg. Die letzte Aufführung ist heute abend.

Werner Lenzin
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Sekundarschüler auf der Bühne: Sie meistern ihr Leben selber. (Bild: Werner Lenzin)

Sekundarschüler auf der Bühne: Sie meistern ihr Leben selber. (Bild: Werner Lenzin)

Das Schlagzeug von Manuel Angelini steht für einmal hinter Glas und in einem kleinen schallisolierten Raum. Es wird dunkel im Raum, und die drei weiteren Bandmitglieder, Mario Frei (Gitarre), Thomas Anderes (Keyboard) und Christoph Fischer (E-Bass) eröffnen das Musical. Dieses besticht gleich von Beginn an mit raffinierten Lichteffekten und Hintergrundeinblendungen.

«Die Arbeit nervt», singen die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne, und die Aussage des Lehrers «Wählt einen Beruf, der im Moment zu Euch passt, berücksichtigt Eure Talente und Begabungen», macht das für die Jugendlichen lebensnahe Thema offenkundig: Es geht um die Berufswahl, und wie sich im weiteren Verlauf zeigt, auch um Beziehungen.

Thema liegt den Schülern nahe

Autor Christoph Fischer hat mit dieser Story aus dem aktuellen Schulleben ins Schwarze getroffen. Zuerst beschäftigte sich Fischer mit der Erzählung «Mein Name ist Eugen», suchte aber bald einmal noch ein Thema, das näher bei den Schülern liegt und die Jugendlichen und ihre Eltern beschäftigt.

Der Sekundarschüler Ben (Jan Helfenberger) steht, wie alle andern seiner Mitschüler auch, mitten in der Berufswahl und möchte eigentlich in einem sozialen Beruf in der Kinderabteilung des Spitals tätig sein. Sein engstirniger Vater verbietet ihm dies und drängt ihn zu einer Schnupperlehre bei Schmied Huber, wo auch Luana (Anina Eugster) als Lehrtochter tätig ist. Sie ist mit den Krankenpflege-Lehrlingen befreundet, und mit dieser Clique heckt sie den Plan aus, nicht in der Schmiede, sondern im Spital zu schnuppern, wo Ben auf Anhieb eine Lehrstelle erhält.

Happy End gibt Hoffnung

Mit aufwendigen Tips und Tricks versuchen alle beteiligten Jugendlichen, Bens Vater im Glauben zu lassen, sein Sohn absolviere eine Lehre als Schmied. Der Vater kommt dahinter, der Schwindel fliegt auf, und vorerst scheint es, dass alles im Chaos endet. Doch schliesslich folgt das Happy End: Bens Liebe zu Luana ist vollkommen, und die Lehre im Spital wird Realität. Die Mitspieler können sich auf natürliche Art mit ihrer Rolle identifizieren und bestechen durch ungeschminktes und realitätsbezogenes Spiel. Die beiden hauptverantwortlichen Lehrer, Christoph Fischer und Thomas Anderes, haben es zusammen mit Fabio Romano (Choreographie) verstanden, bekannte Rock- und Popsongs sowie Schlager in die Story zu integrieren.

«Es gibt im jüngsten Musical der dritten Sekundarklasse keine herausragenden Stars, sondern im Zentrum steht eine super Gesamtleistung», freut sich Schulleiterin Ewa Zwick nach der Vorstellung. Sie zeigt sich begeistert, dass die gewählte Thematik nahe am Leben ist und sogar die Eltern noch dazulernen können. Für Zwick ist offensichtlich: «Das Musical hat sich bei der Bevölkerung unseres Dorfes längst etabliert.»

Die dritte und letzte Aufführung findet heute um 20 Uhr im Mehrzweckraum Ermatingen statt.