Segensfeier für homosexuelle Paare möglich

FRAUENFELD. Bei der Beratung der neuen Kirchenordnung vergangenen Freitag und Samstag hat die Evangelische Synode des Kantons Thurgau eine Regelung getroffen, was ordinierte Diakone dürfen und was nicht. Sie diskutierte in erster Lesung 65 Paragraphen und ist damit beim 93. on 172 Paragraphen angelangt. Die Diskussion wird am 23. September fortgesetzt.

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Längere Diskussionen führte die Synode zur Frage, welche heiligen und kirchlichen Handlungen neben Pfarrern auch von ordinierten Diakonen vollzogen werden dürfen. Nachdem der Antrag, ordinierte Diakone sollten «stellvertretungsweise» auch Taufen ausführen können, knapp abgelehnt worden war, scheiterte in der Folge auch der Antrag, dass sie «stellvertretungsweise» Abendmahlsfeiern leiten dürften. Eingehend diskutierte die Synode über die Anforderungen, die an die Taufpaten gestellt werden sollten. Sie entschied sich schliesslich dazu, dass mindestens ein Taufpate einer «christlichen Kirche» angehören müsse. Bis jetzt galt diese Bestimmung für alle Taufpaten. Kirchenratspräsident Wilfried Bührer hielt fest, dass diese Anforderung einer gewissen Logik entspreche, weil für die Eltern bei der Taufe die Anforderung gestellt werde, dass mindestens ein Elternteil Mitglied der Landeskirche sein müsse.

Nicht explizit «Mann und Frau»

Eine kontroverse Diskussion löste ein Antrag aus, mit dem festgehalten werden sollte, dass es sich beim Ehebund explizit um eine Verbindung von «Mann und Frau» handle. Die Synode folgte dem Antrag von Kirchenrat und Kommission und sprach sich gegen die explizite Erwähnung von «Mann und Frau» aus. Die neue Kirchenordnung sieht nun vor, dass aus «Anlass bedeutender lebensgeschichtlicher Ereignisse» auf Wunsch von Betroffenen gottesdienstliche Handlungen oder Segensfeiern durchgeführt werden können. Aufgrund der beschlossenen Formulierung besteht die Möglichkeit, dass gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft mit einer Segensfeier verbinden können. (pd/red.)