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SEE: Kurs auf die neue Saison

Die Schifffahrtsunternehmen auf dem Bodensee und Rhein beförderten im vergangenen Jahr rund 100000 Passagiere weniger als 2016.
Sebastian Keller
Flottensternfahrt: Am 28. April bilden die Bodenseeschiffe vor Romanshorn eine Sternformation. (Bild: PD)

Flottensternfahrt: Am 28. April bilden die Bodenseeschiffe vor Romanshorn eine Sternformation. (Bild: PD)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Am Karfreitag heisst es «Leinen los!»: Auf dem Bodensee und Rhein beginnt die Schifffahrtssaison. Die Schiffe der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) stachen bereits am Wochenende in See. «Wir durften zahlreiche Passagiere begrüssen», sagte Chefin Andrea Ruf an einer Medienorientierung in Konstanz. Die SBS beförderte als einziges Schifffahrtsunternehmen auf internationalen Gewässern 2017 mehr Passagiere als im Jahr zuvor: Insgesamt 586708 Personen, was einem Plus von 1,9 Prozent entspricht. Ruf begründete dies mit einem Umstand im Juni 2016: Damals konnten wegen Tiefwassers die Schiffe teilweise nicht nach Rheineck fahren.

Leicht rückläufig waren die Passagierzahlen der Vereinigten Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU): Total beförderten die vier Unternehmen 3,7 Millionen Passagiere, was einem Minus von 2,7 Prozent entspricht. Norbert Reuter, Chef der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) und Geschäftsführer der VSU, begründete dies mit «dem etwas zu nassen August und dem viel zu nassen und kalten September». Die Chefs der vier Unternehmen verloren aber nicht viel Zeit mit dem Blick übers Heck. Ihr Fokus galt dem Saisonstart. Als ersten Höhepunkt bezeichneten sie die 47. Internationale Flottensternfahrt. Am Samstag, 28. April, formieren sich ihre Schiffe vor Romanshorn zu einem Stern.

Mehr Themenschiffe auf dem Wasser unterwegs

Die einzelnen Unternehmen haben ihr Angebot ausgebaut. Die SBS etwa ist erstmals mit einem «Burger»-Schiff unterwegs. Die Passagiere können sich Burger selber zusammenstellen, dazu werden Bierspezialitäten kredenzt. Das Tanzbein kann auf dem Rhein geschwungen werden: Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) verkehrt erstmals mit einem «Rock’n’Roll»-Schiff. Neu im Programmheft steht eine Vogelschau-Fahrt. Auf dieser naturkundlichen Fahrt von Kreuzlingen/Konstanz bis zur Insel Reichenau erläutern Naturkenner die Eigenheiten des Wollmatinger Rieds. «Für acht Franken zum normalen Billettpreis», sagte URh-Chef Remo Rey. Dazu gibt es einen Leihfeldstecher. «Damit man die Vögel besser sieht.»

Die deutsche BSB arbeitet an der Aufstockung ihrer Flotte. Wie Chef Norbert Reuter am Rande der Medienorientierung sagte, will sein Unternehmen ein Hybridschiff beschaffen. Dieses kann abwechselnd mit Diesel und Strom angetrieben werden. In den nächsten Tagen erfolge die Ausschreibung europaweit. Reuter rechnet damit, dass das Schiff, das Platz für rund 1000 Passagiere bieten soll, rund zehn Millionen Euro kosten dürfte. Im Jahr 2020 soll es in den Bodensee stechen. «Meines Wissens wäre es das erste Hybridschiff in der europäischen Binnenschifffahrt», sagte Reuter.

Die österreichische Vorarlberg Lines Bodenseeschifffahrt hat im laufenden Jahr Grund zum Feiern. Ihr Flagschiff, die MS Sonnenkönigin, stach im September 2008 in See. Das 10-Jahr-Jubiläum soll mit einem Gala-Abend am 28. September an Bord der «Sonnenkönigin» begangen werden.

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