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SCHWEINEVIRUS: Angst vor der Schweinepest im Thurgau: Kein Impfstoff und keine Therapie in Sicht

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Afrikanische Schweinpest die Schweiz erreicht. Dem Thurgau als drittgrössten Schweinefleischproduzenten des Landes droht schwerer wirtschaftlicher Schaden.
Silvan Meile
18 (Archivbild: Andrea Stalder)

18 (Archivbild: Andrea Stalder)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Bei den Schweinezüchtern geht die Angst um. Die für die Tiere hochansteckende Afrikanische Schweinepest nähert sich rasch von Georgien über Osteuropa in Richtung Schweiz. In Polen und Tschechien sind bereits Fälle aufgetreten. Die Seuche befällt sowohl Haus- wie auch Wildschweine und lässt sie dahinraffen. Gegen diese Viren ist weder ein Impfstoff noch eine wirkungsvolle Therapie in Sicht.

«Der hochinfektiöse und äusserst robuste Virus steht bereits vor den Toren Deutschlands», warnt SVP-Kantonsrätin Petra Kuhn aus Hefenhausen. Es stelle sich nicht die Frage, ob die Seuche die Schweiz erreiche, sondern lediglich, wann sie hier ankomme. Die Hoffnung habe sich zerschlagen, dass sich die Krankheit auslaufe. Die Assistentin der Geschäftsleitung des Thurgauer Bauernverbandes (VTL) reichte deshalb im Grossen Rat zusammen mit Bauer und VTL-Vorstand Urs Schär (SVP, Langrickenbach) einen Vorstoss ein. Sie wollten vom Regierungsrat wissen, welche Vorbereitungen getroffen werden. «Wir wollen nicht, dass erst reagiert wird, wenn wir hier den ersten Fall haben», sagt Kuhn. Zwar ist die Krankheit für Menschen ungefährlich, für Schweinehalter kann sie aber existenzgefährdend werden. Betroffene Schweinebestände müssen sofort getötet werden. Deshalb hat die Branche Angst – auch vor einem Imageschaden und einem Preiszerfall beim Schweinefleisch. Davon wäre der Thurgau stark betroffen. Hinter den Kantonen Bern und Luzern ist der Thurgau der drittgrösste Schweinefleischproduzent der Schweiz, weiss Kuhn. 350 Schweinehalter mit 180 000 Mastplätzen gibt es im Thurgau, für rund 100 Bauern ist es der Haupterwerb.

Wildschweine geraten ins Visier zur Bekämpfung

Der Kanton verweist auf die Bemühungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesens, wo die Afrikanische Schweinepest bereits mit der höchstmöglichen Gefahrenstufe eingeschätzt wird. Dort werden derzeit mit der EU Massnahmen zur Prävention abgestimmt. Am 28. März will der Bund informieren.

«Die Verunsicherung ist spürbar», sagt Fabienne Schälchli, Beraterin am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg. In professionellen Betrieben würden aber längst sehr strenge Hygienestandards gelten. Dort dürften beispielsweise keine fremden Personen – Menschen können den Virus verbreiten – den Stall betreten. Den Tieren dürfen auch keine Speiseabfälle aus den von der Seuche bereits betroffenen Regionen verfüttert werden. Doch eine weitere Gefahr lauert ausserhalb des Stalls. Zur raschen Verbreitung der Afrikanischen Schweinesuche tragen vor allem die Wildschweine bei. Deshalb wirft Kuhn die Frage auf, ob Anreize geschaffen werden müssen, sie vermehrt zu schiessen. Doch hier winkt der Kanton ab: «Prämien für Wildschweinabschüsse sind als Präventionsmassnahmen nicht zielführend.» Unverhältnismässig hoch sei der Aufwand. Und bei einer Seuchenlage sehe die Tierseuchenverordnung sogar vor, die Jagd einzuschränken oder ganz zu verbieten, «da sich die Gefahr der Seuchenverbreitung beim Aufschrecken der Tiere vergrössern würde», schreibt der Regierungsrat.

Mit der Antwort auf ihren Vorstoss ist Kuhn nur teilweise zufrieden. Sie sieht die Gefahr, dass das Thema unterschätzt wird. «Es kann schnell gehen und die Seuche ist hier.» Ausserdem bleiben für sie noch Fragen bezüglich finanzieller Entschädigungen offen, falls ein Bauer durch die Afrikanische Schweinepest all seine Tiere töten muss, um die Seuche einzudämmen.

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