Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Schwager-Erbe: Alle profitieren

Knapp drei Millionen Franken vererbte Ludwig Schwager Bichelsee-Balterswil. Über die Verwendung des Geldes kann die Bevölkerung am 25. November abstimmen. Beim Schwager-Fonds soll das Kapital der Allgemeinheit zugutekommen.
Philipp Haag
Mitinitiant Daniel Stamm will mit den Schwager-Millionen einen Fonds äufnen, aus dem diverse Projekte unterstützt werden können. (Bild: Mario Testa)

Mitinitiant Daniel Stamm will mit den Schwager-Millionen einen Fonds äufnen, aus dem diverse Projekte unterstützt werden können. (Bild: Mario Testa)

BICHELSEE-BALTERSWIL. Bescheiden und zurückgezogen lebte er in Zürich, Ludwig Schwager. Zu Bichelsee-Balterswil, seiner Bürgergemeinde, hatte er keinen Kontakt. Es kannte ihn auch niemand im Dorf. Trotzdem bedachte Ludwig Schwager im Jahr 2009 die Gemeinde äusserst grosszügig. Er hinterliess Bichelsee-Balterswil sein gesamtes Vermögen, knapp drei Millionen Franken. Seinen Nachlass knüpfte er an keinerlei Bedingungen. Nun, am 25. November, können die Stimmberechtigten von Bichelsee-Balterswil über die Verwendung der Erbschaft befinden. Zwei Projekte stehen zur Auswahl: Wohnen im Alter (siehe Kasten) und der Schwager-Fonds.

Summe langfristig anlegen

Beim Schwager-Fonds soll das Geld allen, also der gesamten Dorfgemeinschaft, zugutekommen. Dies ist für Daniel Stamm, Mitglied der Projektgruppe für den Schwager-Fonds, entscheidend. «Nicht eine Gruppe oder Bevölkerungsschicht soll profitieren, sondern die Allgemeinheit», sagt Stamm. Die Projektgruppe möchte die Summe langfristig anlegen. «Konservativ anlegen», wie Stamm anfügt. Beim Verwendungszweck des Kapitals und dem jährlich anfallenden Zinsertrag sieht er zwei Varianten: Einerseits sollen Projekte – Anliegen und Wünsche aus der Bevölkerung – finanziell unterstützt werden, andererseits können Darlehen für Projekte mit umfangreicheren Dimensionen gewährt werden.

Bei den Projekten, die punktuell realisiert werden, denkt die Arbeitsgruppe beispielsweise an einen Kletterparcours, einen Keltenweg, eine Skateranlage, die Verlegung des Jugendtreffs, die Instandstellung von Feuerstellen und Wanderwegen oder die Erweiterung von Spielplätzen, gratis Schwimmunterricht im Bichelsee oder die Durchführung von Blues- oder Jazzkonzerten. Die Einsatzmöglichkeiten sind äusserst vielfältig, sei es im Kultur- oder Freizeitbereich, beim Sport oder im Naturschutz. «Es könnte auch einmal ein Experiment gewagt werden», sagt Stamm.

Darlehen für Grossprojekte

Auch bei den umfangreicheren Projekten sind Ideen vorhanden. So besteht die Möglichkeit, sollte sich die Bevölkerung am 25. November für den Schwager-Fonds und gegen Wohnen im Alter entscheiden, die Alterswohnungen trotzdem zu realisieren. «Der Trägerschaft könnte ein zinsloses Darlehen gewährt werden», sagt Stamm. Eine Vision, die vor kurzem entstand und ebenfalls mit einem Darlehen als Startfinanzierung unterstützt werden könnte, ist ein Solarkraftwerk. Erste Abklärungen haben ergeben, dass auf den Dächern der Norgren und der Sägerei Brühwiler AG auf circa 6000 Quadratmetern eine Photovoltaikanlage installiert werden könnte, die den Stromverbrauch von rund 300 Einfamilienhäusern decken könnte. Vertiefte Abklärungen müssten allerdings noch vorgenommen werden.

Gremium spricht Beträge

Noch nicht entschieden ist, welche Organisationsform der Schwager-Fonds erhalten soll. «Die Statuten werden wir mit einem Juristen erarbeiten», sagt Stamm. Sicher ist: ein Gremium, in dem die Vereine und Kulturveranstalter vertreten sind, «aber auch eine im Dorf verwurzelte Person Einsitz nimmt», wie Stamm sagt, spricht Beträge, mit denen Projekte realisiert werden. Bis zu welcher Höhe die Entscheidungsbefugnis geht, wird in den Statuten festgeschrieben. Gesuche für Unterstützungsbeiträge können Bewohner, Vereine, aber auch lose Gruppierungen stellen.

Grössere Beträge in Form von Darlehen müssen vors Volk, an der Gemeindeversammlung oder der Urne. Stamm ist überzeugt, dass durch die Projekte die Lebensqualität in der Gemeinde steigt. Ausserdem, und dies ist für die Projektgruppe nicht unwesentlich, kann durch die langfristige Perspektive auf die veränderten Bedürfnisse in der Gesellschaft eingegangen werden. Und die nächste Generation kann ebenfalls vom Schwager-Erbe profitieren. Trotzdem möchte Stamm einen klaren Zeithorizont. Er kann sich eine Laufzeit von 25 Jahren vorstellen. Bis spätestens 2040 sollte das Vermögen dann abgebaut sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.