Schwache Winde sind Biester, sagen die Segler

FRIEDRICHSHAFEN. Jedes Jahr organisiert die Messe Interboot in Friedrichshafen den Mediencup, ein Wettsegeln verschiedener Medien. Diesmal segelte die Crew der Thurgauer Zeitung allen anderen Booten davon und holte sich den Gesamtsieg

Margrith Pfister-Kübler
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Grosser Jubel nach dem Sieg: Die TZ-Crew mit Skipper Bernd Jehle im Vordergrund. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Grosser Jubel nach dem Sieg: Die TZ-Crew mit Skipper Bernd Jehle im Vordergrund. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Schon am Start am Sonntagnachmittag vor dem Hafen Friedrichshafen zeichnete es sich ab, dass dieses Match Race ein aussergewöhnliches Rennen werden sollte. Die Medien-Crews aus Süddeutschland, Vorarlberg und der Schweiz, Gewinner eines Leser-Wettbewerbs zum Interboot-Regatta-Schnuppern, debütierten mit Sportsgeist. Reichlich Kurzweil gab es. «Gestern regnete es noch und heute haben wir so schönes Wetter», wurde die Veränderung am Himmel gelobt. Aus Seglersicht war dies allerdings tückisch: Typisch für «Kein-Wind-Wetter»..

Der Skipper des Thurgauer Zeitung-Schiffes Bernd Jehle sagt lächelnd: «Bei so wenig Wind werden wir jetzt über den Parcours schaukeln». Sofort stufte er die Talente der Crew ein, gab durch, was alle zu tun haben, um die neun Tonnen schwere «Bavaria 40» in Schwung zu halten.

Jehle ist Börsenmakler und verdient derzeit sein Geld als Skipper, er hat wegen der schwächelnden Börse sein Hobby zum Beruf gemacht. Die Eigenkapital-Basis bei diesem Match Race war neben dem sportlichen Schiff der Wind, und der war wirklich nicht üppig. «Wir haben Glück, wir haben weniger Gewicht auf dem Boot als die andern, so läuft das Boot bei diesen leichten Winden besser», sagte er mit Blick auf die Crew und auf die Boote mit grösseren Mannschaften. Die Konkurrenz zog vorne weg, die TZ wurde auf Platz 4 verdrängt, beim zweiten Lauf kämpfte sie sich auf Platz 2. Beim dritten Lauf – immer auf der Jagd nach dem nächsten Windchen, Brisen herbei betend – waren Start und Kreuz perfekt. Der Wind kam vom Säntis und strategisch geschickt positionierte sich die TZ-Crew, liess die Konkurrenz hinter sich, holte sich den Gesamtsieg und verwies die Südwestpresse auf Platz 2. Im 2011 segelte die TZ noch auf den 3. Platz.