SCHURTEN: Dieses Mal mit dem Urenkel

Der Verkehrsverein Fischingen stellte die Einweihung des Tschudibrunnens in den Mittelpunkt der Wandernacht. Familie Tschudi aus Basel gestaltete den Anlass mit.

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Verkehrsdirektor Werner Ibig und Ständerätin Brigitte Häberli enthüllen die Gedenktafel beim Tschudibrunnen. (Bild: PD)

Verkehrsdirektor Werner Ibig und Ständerätin Brigitte Häberli enthüllen die Gedenktafel beim Tschudibrunnen. (Bild: PD)

Vor dem Start zur Wanderung erhielten die Interessierten in der katholischen Kirche Dussnang Informationen zur Gedenkstätte für den Bauerndichter Niklaus Tschudi (1844–1931). Als Sohn einer Glarner Auswandererfamilie lebte er mit seiner Familie in Egg-Schurten. Mit seinen Heimatgedichten und seinem politischen Engagement wurde er bekannt und war ein geachteter Mann.

Dem Vorbild für Fleiss, Bescheidenheit und Vaterlandsliebe wurde in Schurten eine Gedenkstätte errichtet, im Volksmund bekannt als Tschudibrunnen. Die Einweihung fand am 11. Mai 1961 im Beisein von Bundesrat Hans Peter Tschudi statt, einem Enkel des Bauerndichters. Initiant war der Präsident des Verkehrsvereins Fischingen, August Kaiser.

1961 ein Volksfest mit Bundesrat

Nach 55 Jahren drängte sich eine Erneuerung auf, die im Hinblick auf die Wandernacht erfolgte. Die Familie Tschudi war auch jetzt bei der Einweihung vertreten, diesmal durch den Urenkel des Bauerndichters, Hans-Martin Tschudi, ehemaliger Regierungsrat des Kantons Basel Stadt. Er erzählte über seine Familie, die seit 1913 in Basel beheimatet ist. Die Egg und der Tschudibrunnen sind für sie wichtige Bezugspunkte in der Familiengeschichte. Vom Tag der Einweihung 1961 erzählte August Bürgi, der in Schurten sein ganzes Leben verbracht hat. Trotz strömenden Regens sei es ein fröhliches und eindrückliches Volksfest gewesen mit dem Bundesrat als Ehrengast.

Gemeinderat Godi Siegfried, der 1961 als kleiner Knabe ebenfalls dabei war, wies auf die zahlreichen Natur- und Kulturschätze der Gemeinde hin. Mit dem neuen Tschudibrunnen komme eine weitere Attraktion dazu. Werner Ibig, Präsident des Verkehrsvereins Fischingen, erinnerte daran, dass man unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges Vorbilder für die Vaterlandsliebe und für die typischen Schweizer Tugenden verehrte. Sie sollten den kommenden Generationen Wegweiser sein für ein Leben im Dienst ihrer Heimat. Brunnen symbolisierten die enge Verbindung der Menschen. Brunnenplätze waren Orte der Begegnung und damit der Gemeinschaft.

Betrieb auf der Egg aufgebaut

Die knapp dreistündige Wanderung führte von Dussnang zum Hof Buchholz, wo sich die Tschudis ursprünglich niederliessen. Etwas höher liegend, auf der Egg, bauten sie dann einen neuen Betrieb auf. Auch durch den Weiler Siggisegg führte die Wanderung, wo Niklaus Tschudi in einer Nachbarstochter die Frau fürs Leben fand. In Schurten erwartete die Wanderer zudem eine Festwirtschaft, betrieben durch das Team der Raiffeisenbank Dussnang-Fischingen, die 2017 das 100-Jahr-Jubiläum feiert.

Gemeindepräsident Willy Nägeli, Hermann Bürgi vom EWD und der Leiter der Raiffeisenbank Dussnang-Fischingen, Roman Kaiser, eröffneten die neue Gedenkstätte. Ständerätin Brigitte Häberli und Werner Ibig enthüllten die neue Gedenktafel. Hans Martin Tschudi goss den von seiner Familie gespendeten Baum mit Wasser aus dem neuen Brunnen. (red)