Schulsanierung bachab geschickt

Die Bewohner von Mammern wollen ihre Schule nicht so aufwendig sanieren, wie der Gemeinderat geplant hat. Deshalb lehnten sie den Kredit für die zweite Etappe ab. Jetzt muss der Gemeinderat das Budget überarbeiten.

Werner Lenzin
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Gemeindepräsident Hansjörg Lang und Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel setzten sich für eine Sanierung der Schulgebäude ein. (Bild: Werner Lenzin)

Gemeindepräsident Hansjörg Lang und Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel setzten sich für eine Sanierung der Schulgebäude ein. (Bild: Werner Lenzin)

MAMMERN. Gemeindepräsident Hansjörg Lang und Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel hatten einen schweren Stand. Sie versuchten an der Gemeindeversammlung die 54 erschienenen Stimmbürger von einem Kredit über 620 000 Franken zu überzeugen. Damit soll das Schulhaus weiter saniert werden; in Mammern ist die Schulgemeinde in die Politische Gemeinde integriert. Ribi erinnerte daran, dass die Stimmbürger vor Jahresfrist einen Kredit über 300 000 Franken für die erste Etappe der energetischen Sanierung des Schulhauses genehmigten. «Unter anderem wurden die Fenster ersetzt sowie Elektro- und Schreinerarbeiten ausgeführt in Höhe von 145 617 Franken», sagte Ribi. Es blieben 154 382 Franken übrig.

Dach enthält kein Asbest

Entwarnung gab die Schulpräsidentin hinsichtlich des Eternits: «Genaue Untersuchungen einer Platte im Labor haben klar gezeigt, dass das Schulhausdach aus Eternit kein Asbest enthält.» Das Schulhaus soll gegen Kälte und Hitze gedämmt werden. Mittels Photovoltaik soll die Energiebilanz verbessert werden. «Das Dach verlangt einen Unterhalt in den nächsten Jahren und die Eternitschindeln müssen ersetzt werden», sagte die Schulpräsidentin. Sie zeigte sich überzeugt von der guten Finanzlage der Gemeinde und gab zugleich zu verstehen, dass die Investitionen in den kommenden Jahren reduziert werden müssen. Architektin Daniela Descarcens stellte die geplante Dachsanierung vor. «Bei so wenig Zwischenraum lohnt sich das Ausblasen mit Isofloc nicht und mit einer Wärmedämmung von 160 Millimeter dicken Holzplatten aufs Dach erreicht man tagsüber den gewünschten Wärmeschutz.» Wichtig sei, dass die charakteristischen Bauten nicht verändert und der Dachrand rund herum bestehen bleibe.

Massiver Widerstand

Mit Blick auf die Finanzen der Gemeinde stellte der ehemalige Gemeindeammann Emil Meier den Antrag, das Bauvorhaben zurückzustellen, zu sparen und allenfalls lediglich das Turnhallendach zu sanieren. Für ihn ist eine Steuererhöhung die Folge. «Mir würde es nicht im Traum einfallen, 620 000 Franken zu investieren in ein Gebäude, das nicht sanierungsbedürftig ist», unterstützte Joachim Marx den Antrag. Donatus Lauener erinnert an den Umgang mit dem Dorfbild: «Die Bautätigkeit der letzten Jahre hat auch die Dachlandschaft massiv verändert, und unter diesem Aspekt empfehle ich die Ablehnung des Kredits.» Annemarie Fleisch Marx empfahl, das Dach abzuspritzen und die defekten Eternitplatten zu ersetzen: «Die vom Gemeinderat vorgeschlagene Luxusvariante können wir uns nicht leisten.» Hansueli Weibel erwartet eine Botschaft, die einen detaillierten Kostenvoranschlag enthält.

«Wir haben in den letzten 27 Jahren die Sanierung sträflich vernachlässigt, die Schulhausdächer sind in einem desolaten Zustand und deshalb müssen die Eternitschindeln ersetzt und die Dämmung verbessert werden», sagte Schulpräsidentin Ribi Bichsel überzeugt. Gemeinderat Marco Küng unterstützte seine Kollegin und bezeichnete den jetzigen Zeitpunkt als ideal. Mit 34 zu 11 Stimmen und neun Enthaltungen lehnte der Souverän das Vorhaben ab. Nun gilt es für den Gemeinderat, das Budget nach dem Wegfall von 620 000 Franken für Investitionen neu zu überarbeiten.