Schulhaus erstrahlt in alter Pracht

AADORF. Seit einigen Tagen ist das von 1907 bis 1910 erbaute Schulhaus an der Schulstrasse fertig renoviert. Trotz Mehraufwand können die Gesamtkosten von 530 000 Franken wohl eingehalten werden.

Kurt Lichtensteiger
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Architekt Hans-Peter Fuhrer, Liegenschaftsverwalterin Cornelia Brändle und Hauswart Urs Frischknecht vor dem sanierten Schulhaus. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Architekt Hans-Peter Fuhrer, Liegenschaftsverwalterin Cornelia Brändle und Hauswart Urs Frischknecht vor dem sanierten Schulhaus. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Der Vorhang ist gefallen: Nachdem das Gerüst am altehrwürdigen Schulhaus an der Schulstrasse entfernt worden ist, eröffnet sich dem Betrachter erst so richtig die Schönheit des Bauwerks aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Der rötlich-gelbe Farbton der Fassade widerspiegelt die ursprüngliche Farbgebung. Als besonderen Eyecatcher erweisen sich an den Fensterpfeilern die Stilbilder, die zwar von der Denkmalpflege nicht als besonders wertvoll, aber als erhaltenswert bezeichnet wurden, weil sie den damaligen Zeitgeist auf eindrückliche Weise wiedergeben.

Einzigartige Bilder

Jedes der einzelnen 48 Bilder ist einzigartig, denn die Motive sind stets verschieden und zeugen von beachtlicher Kreativität. Vor 1955 sind diese mit organischer Farbe von unbekannten Händen überstrichen worden. Erst bei der jetzigen Sanierung sind die Bilder wieder zum Vorschein gekommen. Um diese für die Nachwelt zu erhalten, musste in Absprache mit der Denkmalpflege und der Politischen Gemeinde Aadorf sowie dem ausführenden Restaurator mit äusserster Sensibilität vorgegangen werden.

Architekt Hans-Peter Fuhrer freut sich, der Fassade die ursprüngliche Farbgebung und Materialisierung zurückgegeben zu haben. Ebenso über die gelungene Rekonstruierung der Bilder. Erst mit dem Aufbau des Fassadengerüsts sei es möglich gewesen, den effektiven Zustand der Dach- und Fassadenfläche tiefergehend zu beurteilen. «Die Fassade in ihren Ursprung zurückzuführen, war eine besondere Herausforderung», sagt Fuhrer. Der Farbanstrich aus organischen Bindemitteln, angebracht vor 1955, musste vorerst aufwendig entfernt werden, um auf dem gut erhaltenen Untergrund die Oberfläche wieder rein mineralisch aufbauen zu können. Riss- und Hohlstellen wurden saniert, bevor der Wormserputz aufgetragen wurde.

Als wertvoll bezeichnet

Die Liegenschaften-Verwalterin Cornelia Brändli freut sich über die gelungene sanfte Sanierung des 105jährigen Schulhauses, das von der Denkmalpflege als «wertvoll» eingestuft wird. «Die Zusammenarbeit mit Hauswart Urs Frischknecht und dem Architekten Hans-Peter Fuhrer funktionierte einwandfrei», sagt sie. Oft mussten kurzfristig pragmatische Entscheide gefällt werden, um das anspruchsvolle Vorhaben zu einem guten Ende zu führen. Neben der Dach- und Fassadensanierung wurde die Sicherheit im Innern erhöht, indem eine Notbeleuchtung mit Fluchtwegbezeichnung auf allen Stockwerken installiert wurde.