Schulgemeinden sind dagegen

Weinfelden Der Verband der Thurgauer Schulgemeinden nahm an seiner Herbsttagung klar Stellung gegen die Lehrplan-Volksinitiative.

Christof Lampart
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Weinfelden Der Verband der Thurgauer Schulgemeinden nahm an seiner Herbsttagung klar Stellung gegen die Lehrplan-Volksinitiative. Im Weinfelder Thurgauerhof schwor der Schulpräsident von Sirnach, Urs Schrepfer, die 44 Delegierten darauf ein, in der Abstimmungskampagne «nicht locker zu lassen, sondern Vollgas zu geben». Denn die Initiative sei im Wortlaut absolut verfänglich, in ihrer Wirkung jedoch verheerend. Wer den rückwärts gewandten Inhalt nicht kenne, könne denken, er tue den Kindern etwas Gutes. Das pure Gegenteil sei jedoch der Fall. Denn bei einem Ja an der Urne werde in Zukunft die Methodenfreiheit der Lehrkräfte eingeschränkt, nicht auf den Erwerb von Kompetenzen, sondern auf fixe Jahrgangsziele gesetzt und zudem die Schule, beziehungsweise der Lehrplan, zum potenziellen Spielball der Politik degradiert. Ähnlich formulierte es am Freitag auch der Präsident des Verbandes Thurgauer Schulgemeinden (VTGS), Felix Züst. «Die Initianten wollen zurück zu der Schule unserer Ahnen! Wir hingegen wollen unsere Kinder weiterbringen.»

Drei Vorstandsmitglieder gehen nächstes Jahr

«Verfänglich» sollte, geht es nach dem Vorstand, auch das Werben um zukünftige VTGS-Vorstandsmitglieder sein, gilt es doch drei neue Vorstandsmitglieder zu finden. Denn im Mai 2017 werden mit Felix Züst (Bischofszell), Susanna Koller (Eschlikon) und Markus Mendelin (Amriswil) drei langjährige Mitglieder definitiv zurücktreten. Dies sei jedoch mitnichten einfach – zumindest, wenn im Vorstand weiterhin alle Regionen vertreten sein sollen, bemerkte Züst.

Gesucht werden auch fähige Leute mit Lehrbefähigung fürs Werken. Diese zu finden, wird zunehmend schwieriger, sagte Fredi Himmelberger aus Hüttwilen. Es könne nicht sein, dass man sich mit Sonderbewilligungen ein oder zwei Jahre durchwurstle. Züst erwiderte, man sei sich der Problematik zwischen Idealvorstellung und Schulalltag durchaus bewusst, vertrete jedoch die Auffassung, dass «es im Interesse von uns allen ist, wenn wir Lehrpersonen mit Lehrbefähigung einstellen». Sollte dies nicht möglich sei, sollte man die befristeten Sonderbewilligungen dazu nutzen, um in dieser Zeit eine geeignete Person zu finden.