Schulgemeinden entlasten

amriswil. An der Jahrestagung der Thurgauer Mittelstufenkonferenz (TMK) hat die neue Erziehungsdirektorin Monika Knill gemeinsam mit Walter Berger, Amt für Volksschule, die Gesetzesvorlage zur Totalrevision des Beitragsgesetzes vorgestellt.

Alois Degenhardt
Drucken
Teilen

Auch wenn eine gewisse Skepsis bei Schulgemeinden und Lehrerschaft verständlich sei, handle es sich beim neuen Beitragsgesetz nicht um eine Sparvorlage, sondern um eine Systemvereinfachung mit administrativer Entlastung auf allen Ebenen, betonte Monika Knill an ihrem offiziell dritten Arbeitstag.

Einleitend versicherte sie im Amriswiler Pentorama der Lehrerschaft ihren aufrichtigen Respekt vor einem Beruf, der angesichts der schwieriger werdenden Beziehung Lehrer – Kind – Eltern einen langen Atem und viel Idealismus verlange; zumal die gesellschaftliche Entwicklung Verantwortung und Bedeutung der Lehrpersonen in diesem Dreiecksverhältnis erhöhe.

Senkung des Normsteuerfusses

Gemeinsam mit Walter Berger, Leiter des Amtes für Volksschule, stellte Knill die wichtigsten Neuerungen des in einer breiten Vernehmlassung befindlichen Beitragsgesetzes vor und erläuterte einige Schwerpunkte der Vorlage. Mit der Devise Vereinfachung durch Pauschalisierung werde die Autonomie der Schulen gestärkt, und die Regierung strebe unter Einsatz von 10 bis 12 Millionen Franken einen Normsteuerfuss von 100 Prozent (bisher 105 Prozent) an, der die Schulgemeinden wirksam entlasten werde. Dieser Schritt bewirke eine weitere Verringerung der Bandbreiten in der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinden.

Mehr Geld für Musikschulen

Mit Spannung erwartet wurden Einzelheiten zur Reorganisation des sonderpädagogischen Angebotes, das von Konferenzpräsident Stefan Birchler als «Mischkultur mit monokulturellen Möglichkeiten» bezeichnet wurde. Der Kanton trage im Rahmen der Neufinanzierung (NFA) auch in diesem Bereich die gesamte Verantwortung und werde im neuen Gesetz ein Basisangebot zur Verfügung stellen, das einerseits die Integration in die Regelschule vorsieht, andererseits separative Lösungen ermöglicht. Mit einer Erhöhung der Beiträge an Jugendmusikschulen um 10 auf 50 Prozent soll das Gesetz die Härten der bisherigen Praxis mildern. Die Kosten sind zwar von den Schulgemeinden zu tragen, werden aber über das Beitragsgesetz abgerechnet.

Wechsel im Vorstand

Neben der Behandlung der ordentlichen Traktanden – unter anderem wurde die Amriswilerin Monica von Arx neu in den Vorstand berufen – richtete Anne Varese, Präsidentin der Kantonalsektion Bildung Thurgau, ein Grusswort an die Tagungsteilnehmer.

Aktuelle Nachrichten