Schulen erhalten Galgenfrist

AADORF. Die Projektgruppe Anker hat der Schulbehörde Aadorf ihre Empfehlung zu den Schulstandorten Wittenwil und Häuslenen abgegeben. Die Teilnehmer sind sich einig: Die beiden Schulen sollen vorläufig bestehen bleiben.

Elisabeth Reisp
Drucken
Teilen

Alles oder nichts. So lautet die Empfehlung der Mediationsgruppe Anker. Entweder sollen beide Schulstandorte weitergeführt werden, oder aber beide geschlossen. Die Schliessung eines Standortes zugunsten des anderen fand keine Unterstützung. Vorläufig können aber beide Schulen aufatmen.

Die Mediationsgruppe Anker wurde im letzten Frühling ins Leben gerufen und von zwei Mediatoren begleitet. Grund für die Mediation sind die Schulstandorte Wittenwil und Häuslenen.

Mit 321, respektive 521 Einwohnern haben Häuslenen und Wittenwil immer mit knappen Schülerzahlen zu kämpfen und die Weiterführung des Schulbetriebes im Dorf steht immer wieder auf der Kippe. Im Moment sind die Zahlen jedoch stabil. Für das Schuljahr 2012/13 erwarten Häuslenen und Wittenwil 41, respektive 28 Schüler.

Zusätzliche «Auswärtsjahre»

Für eine sofortige Schliessung sieht keine Interessengruppe eine Notwendigkeit.

Die Schulbetriebe sollen aber nur dann fortgesetzt werden, wenn sie mit den flankieren Massnahmen umsetzbar sind, empfiehlt die Gruppe Anker in ihrem Schlussprotokoll. Die Massnahmen sehen folgendes vor: Die Schulstandorte Wittenwil und Häuslenen bilden eine Einheit. Dies könnte so aussehen, dass an einem Standort der Kindergarten bis zur 3. Klasse unterrichtet wird. Und die 4.- bis 6.-Klässler am anderen Ort. Eltern und Kindern müssten dafür eine erhöhte Zahl von Auswärtsschuljahren akzeptieren.

Ob man allerdings Schüler aus Aadorf nach Wittenwil und Häuslenen schicken soll, um damit die Klassen aufzustocken, darüber wurden sich die Teilnehmer nicht einig.

Des weiteren kommt die Mediationsgruppe zum Schluss, dass freiwerdende Liegenschaften, welche nicht mehr für den Schulbetrieb genutzt werden, verkauft werden sollen. Wobei Mehrzweckräume und Turnhallen aber der Bevölkerung weiterhin zur Verfügung stehen sollen.

Verhaltene Behörde

Peter Zweidler, Präsident der Schulbehörde Aadorf ist erfreut über das Ergebnis der Arbeit. Die Behörde zeigt sich in ihrer Stellungnahme aber verhalten. Sie nimmt den Wunsch, beide Standorte weiterzuführen, entgegen. Die Behörde weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Organisation der Schule gemäss Volksschulgesetz, Sache der Schulbehörde ist. Das heisst, die Behörde hat das letzte Wort. Sie hält eine Schulzusammenlegung, so wie sich die Schülerzahlen entwickeln, für naheliegend.

Nimmt aber zur Kenntnis, dass die Schliessung der Schule in Wittenwil zugunsten von Häuslenen oder umgekehrt, politisch heikel wäre. Auch kommt eine Auffüllung der Klassen durch Aadorfer Kinder für die Behörde nicht in Frage.

Einigkeit verpflichtet

Im Juni wird sich die Behörde definitiv entscheiden, wie es mit den beiden Schulen weitergehen soll. Um allfällige Massnahmen umzusetzen hat die Behörde dann ein ganzes Schuljahr Zeit.

Peter Zweidler ist optimistisch, dass der Entscheid auf Aufnahme stossen wird, da sich die Interessenvertreter schon bei den meisten Punkten einig waren. Diese Einigkeit beeindrucke und verpflichte die Schulbehörde, sagt Zweidler.

Aufatmen: Die Mediationsgruppe Anker empfiehlt vorerst die Schulbetriebe in Wittenwil und Häuslenen aufrechtzuerhalten. (Bild: Nana do Carmo)

Aufatmen: Die Mediationsgruppe Anker empfiehlt vorerst die Schulbetriebe in Wittenwil und Häuslenen aufrechtzuerhalten. (Bild: Nana do Carmo)

Aktuelle Nachrichten