Schule zieht Entscheid weiter

Der Kanton hob die Baubewilligung für einen Anbau beim Schulhaus Tobel auf, indem er einen Rekurs guthiess. Heute gelangt die Schulbehörde mit einer vorsorglichen Beschwerde ans Verwaltungsgericht.

Philipp Haag
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Stösst an seine Grenzen: Im Schulzentrum von Tobel herrscht ein Platzproblem. Ein Erweiterungsbau soll Abhilfe schaffen. (Bild: Mario Testa)

Stösst an seine Grenzen: Im Schulzentrum von Tobel herrscht ein Platzproblem. Ein Erweiterungsbau soll Abhilfe schaffen. (Bild: Mario Testa)

Tobel. Roger Holenstein gibt nicht auf. Der Schulpräsident der Sekundarschulgemeinde Affeltrangen reicht heute beim Thurgauer Verwaltungsgericht eine vorsorgliche Beschwerde ein, wie er gestern abend auf Anfrage bestätigte. In der Beschwerde geht es um einen Ergänzungsbau, den die Schulbehörde beim Schulhaus Tobel plant. Anwohner hatten gegen den Erweiterungsbau einen Rekurs eingereicht, den das kantonale Baudepartement (DBU) gut hiess (wir berichteten). Damit hob der Kanton die von der Gemeinde Tobel-Tägerschen erteilte Baubewilligung auf.

Holenstein war enttäuscht, mit einem solchen Entscheid hatte er nicht gerechnet. In dieser Woche haben die Baukommission und die Schulbehörde entschieden, den Entscheid vorsorglich an die nächst höhere Instanz, das Verwaltungsgericht, weiterzuziehen. Die Frist, um ans Gericht zu gelangen, endet heute. «Wir wollten die Frist nicht verpassen», begründet Holenstein den Entscheid.

Bau 52 Meter «zu lang»

Denn die Schulbehörde muss das Schulhaus vergrössern. «Wir haben ein Platzproblem», sagt Holenstein. So sind beispielsweise zwei Kleinklassen in Provisorien untergebracht. Die Behörde plante einen dreigeschossigen, elf Meter langen Anbau am nordöstlichen Ende des Schulhauses. Der Schulzentrums-Komplex – das Schulhaus ist über einen überdachten Pausenhof mit der Turnhalle verbunden – hat aber Überlänge. Er ist 92 Meter lang, erlaubt sind in der öffentlichen Zone gemäss Baureglement der Gemeinde aber nur 40 Meter. Aus diesem Grund konnte der Schulhaus-Bau nur mit einer Sonderbewilligung erstellt werden. Eine weitere Ausnahmebewilligung darf aber nicht erteilt werden, urteilt gemäss Schulpräsident Holenstein das DBU, das seinen Entscheid nicht kommentieren will. Damit untersagt der Kanton die Verlängerung des Schulhauses.

Die Schulbehörde rückt darum erstmals vom Anbau ab und klärt in den nächsten Tagen und Wochen ab, was ein separater Bau, der mit einem Abstand von fünf Metern zum Schulhaus an derselben Stelle gebaut würde, kostet. Durch die vorsorgliche Beschwerde hat die Schulbehörde die dafür notwendige Zeit gewonnen. Stellt sich bei den Abklärungen heraus, dass ein versetzter Einzelbau «finanzierbar ist», wie Holenstein sich ausdrückt, erarbeitet die Schulbehörde ein Projekt, das öffentlich aufgelegt werden muss, und legt den Stimmberechtigten einen Antrag für einen allfälligen Nachtragskredit vor. Gesprochen sind bereits 1,6 Millionen Franken, Holenstein geht aber von gegen 2 Millionen Franken aus, die ein Einzelbau kosten würde. Sagen die Stimmberechtigten Ja zum Kredit, «dann ziehen wir die Beschwerde zurück.»

Behörde und DBU uneins

«Ist ein separates Gebäude aber zu teuer», sagt Holenstein, «dann bleibt die Beschwerde bestehen.» Es gibt vor allem einen Punkt, den die Schulbehörde vom Verwaltungsgericht geklärt haben möchte. Während sie der Meinung ist, aufgrund einer «Bestandesgarantie», wie Holenstein es nennt, könne ein Bau, der mit einer Sonderbewilligung erstellt worden ist, mit einem Anbau versehen werden, sagt das DBU gemäss dem Schulpräsidenten Nein. Der Entscheid für oder gegen den separaten Bau kann schnell fallen. Holenstein geht davon aus, dass bis Mitte Oktober die Abklärungen getroffen sind und die Behörde einen Beschluss gefasst hat. In dieser Zeit wird sie auch auf die Nachbarn zugehen, «um mit ihnen zu besprechen, ob allenfalls Details beim Projekt angepasst werden sollten.»

Nicht neben, zwischen

Die Anwohner ihrerseits haben ein anderes Projekt in der Hinterhand. Sie schlagen vor, den neuen Schulraum nicht neben dem Schulhaus zu schaffen, sondern als Modularbau auf dem Verbindungstrakt zwischen dem Schulhaus und der Turnhalle, «um den vorhandenen Platz kostengünstig und effizient zu nutzen.»

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