Schule will in die Schule zügeln

Bernhard Studer würde gerne das Schulhaus von Homburg kaufen, um dort sein Gesundheitsinstitut für Erwachsene zu beheimaten. Einen Vorvertrag hat er unterzeichnet. Nun sind erst einmal die Stimmbürger am Drücker.

Gudrun Enders
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Bernhard Studer steht vor dem Schulhaus in Homburg. (Bild: Nana do Carmo)

Bernhard Studer steht vor dem Schulhaus in Homburg. (Bild: Nana do Carmo)

HOMBURG. Zwei Jahre hat Bernhard Studer gesucht. Er schaute sich Häuser in der gesamten Schweiz an. Doch erst in Homburg wurde er fündig. Der 62-Jährige würde gerne das Schulhaus von Homburg kaufen, um mit seiner Lebens- und Gesundheitsschule für Erwachsene hineinzuziehen. Doch davor haben die Stimmbürger das Wort. Sie werden an der Versammlung der Politischen Gemeinde am 27. November über die Umzonung dieser Parzelle entscheiden. Denn das Schulhaus steht in der Zone für öffentliche Bauten und soll in die Dorf- und Freihaltezone umgezont werden. Sollte der Souverän das genehmigen, könnte der Schulhausverkauf abgeschlossen werden.

Institut gibt es seit 1987

Bernhard Studer absolvierte nach einer Studienzeit in Zürich und Luzern die Jugendarbeiterschule und bildete sich in Kinesiologie und Gestalttherapie weiter. Seit 1987 betreibt er sein Institut zunächst in Küsnacht und seit zehn Jahren in Degersheim. Nun möchte er mit seinem Selbstheilungszentrum gerne aufs Land ziehen. Studer plant, selbst in eine der Wohnungen im Schulhaus zu zügeln. Die Klassenzimmer will er zu Therapie- und Gruppenräumen umgestalten. Malatelier, Aufenthaltsraum und ein Büro braucht er zudem für sein Institut. Er plant, das Gebäude zu isolieren und wohnlicher zu gestalten.

Eine Frage der Gefühle

Bernhard Studer ist zur Gemeindeversammlung eingeladen: «Ich habe zugesagt.» Die Homburger haben also wahrscheinlich Gelegenheit, den Mann kennenzulernen, der ihr einstiges Schulhaus kaufen will.

Das Geschäft ist sehr emotional besetzt. Noch vor sechs Jahren bodigten die Homburger den Verkauf ihres Schulhauses, der Souverän nahm dafür sogar ein grösseres Minus in der Kasse hin. Vor gut zwei Jahren fand dieses emotionale Geschäft dann eine Mehrheit. Aber auch noch in diesem Frühling klopften 120 Personen sowie die Katholische Kirchgemeinde bei der Politischen Gemeinde an, ob diese das Schulhaus nicht für kommunale Zwecke sichern könnte. Die Katholische Kirchgemeinde hatte laut Präsident Beat Tischhauser diesen Auftrag von ihren eigenen Kirchbürgern gefasst. Tischhauser blendet zurück: Im Frühling sei noch nicht klar gewesen, wer die Schule kaufe. Man hatte Angst, dass ein Investor das Maximum für eine Überbauung ausschöpfen könnte. Da wäre die Kirchgemeinde als direkte Nachbarin betroffen gewesen. Das Problem wird laut Tischhauser gelöst, indem die Schulhausparzelle isoliert verkauft und das Areal nahe der Kirche einer Freihaltezone zugewiesen werden soll. Auch darüber befindet der Souverän noch. Für die Kirchenbesucher bleibt nur ein Problem übrig: Der Pausenplatz diente ihnen bei Beerdigungen und Hochzeiten als Parkplatz.