Schule war für einmal cool

WILEN. Gestern besuchten drei Brüder aus Paris das Oberstufenschulhaus Ägelsee in Wilen. Sie sind mit dem Projekt «Coole Schule» in der Schweiz unterwegs. In der vollbesetzten Aula spielte die Gruppe 3nity Brothers französische Musik.

Benjamin Pelzmann
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Zwei Sänger der Band 3nity Brothers singen spontan mit der Ägelsee-Schülerin Jessica Kappeler. (Bild: bp)

Zwei Sänger der Band 3nity Brothers singen spontan mit der Ägelsee-Schülerin Jessica Kappeler. (Bild: bp)

Gross war der Applaus, als die drei Musiker aus Frankreich in die Aula des Ägelsee-Schulhauses an ihre Instrumente traten. Für eine gute Stunde unterhalten die Drillinge Romain, Sylvain und Vincent nun die etwa 200 Oberstufenschüler mit Musik, Witz und spontanen Einlagen.

«Die Sprache soll leben»

Sarah Brugger, eine von sechs Französisch-Lehrkräften im Ägelsee, hatte mit ihrem Team den Anlass «Coole Schule» nach Wilen geholt, welcher in der ganzen Schweiz kostenlos von Schule zu Schule zieht. «Das Ziel des Anlasses ist es, den Jugendlichen zu zeigen, dass Französisch funktioniert, auch wenn man es nicht perfekt beherrscht», sagte sie. Sämtliche Schüler und Schülerinnen mussten sich im Vorfeld Fragen ausdenken, die sie den Bandmitgliedern stellen könnten. Ausserdem erhielten sie den lückenhaften Liedertext eines Stücks der «3nity Brothers». Dieser sollte während des Konzerts vervollständigt werden können.

Ein Raunen ging durch die Reihen, als Oliver Meyer von Pro Linguis den Jugendlichen erklärte, dass die Person, welche die wenigsten Fehler macht, einen Eintritt in den Europapark gewinnt. Die Brüder aus Paris sangen «Le cœur des hommes» gleich zweimal, damit die Zuhörer den Lückentext besser füllen konnten.

Interaktiv und überraschend

Die Brüder suchten Freiwillige für ein nächstes Lied. Schülerin Jessica Kappeler trat vor ihre Kollegen und sang mit der Band kraftvoll das Lied «Someone like you» von Adele. Humorvoll und spontan beantworteten die Drillinge dann die Fragen der Schüler. Die Jugendlichen fragten nach Hobbies, Lieblingsfussballern und Songtexten. «Unsere Lieder handeln von Dingen, die wir selbst erlebt haben, von Hoffnung und Liebe», beschrieb Sänger Sylvain die Musik seiner Band. Vor allem in Osteuropa und Indonesien seien sie bekannt. «In Indonesien können wir nicht ungestört in ein Restaurant gehen», sagte Sylvain.

Die drei Musiker versuchten sich am Schweizerdeutschen und erfüllten spontane Liederwünsche. Dies sehr zur Freude der weiblichen Fans im Publikum, die von den Auftritten sichtlich angetan waren und Justin-Bieber-Covers mit einem lauten Kreischen goutierten.