Schule und Stadt sind uneins

DIESSENHOFEN. Die Stadt Diessenhofen hat das Oberstufenschulhaus Zentrum unter Schutz gestellt. Die Schulbehörde hat dagegen Rekurs eingelegt, denn sie möchte das Gebäude abreissen lassen.

Dieter Ritter
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Schutzwürdig? Schulhaus Zentrum in Diessenhofen. (Bild: Dieter Ritter)

Schutzwürdig? Schulhaus Zentrum in Diessenhofen. (Bild: Dieter Ritter)

An der Frage, ob das Schulhaus Zentrum in Diessenhofen abgebrochen werden darf oder soll, scheiden sich die Geister von Volksschulgemeinde Region Diessenhofen (VSGDH) und Stadtgemeinde Diessenhofen. Das zeigte sich an der Budgetversammlung am Montag in Schlatt (siehe unten) beim Traktandum «Verschiedenes», als Schulpräsident Jörg Sorg auf einen Artikel im «Bote vom Untersee und Rhein» von Mitte November zu sprechen kam. Darin habe es geheissen, dass es mit der Zusammenarbeit von Schule und Stadtrat nicht immer klappe. Sorg sagte gegenüber den versammelten Stimmbürgern, dass er die Stadt ohne Erfolg zu einem Gespräch über die Immobilienstrategie der Schule eingeladen habe. Tatsächlich steht in der Botschaft zur Gemeindeversammlung vom Montag, dass die Schulgemeinde bei der Stadt einen Rekurs eingelegt hat gegen die Unterschutzstellung des Oberstufenschulhauses Zentrum.

Verbreitete Skepsis

Anlass zum Rekurs ist die Immobilienstrategie der VSGDH für die kommenden 25 Jahre, die Sorg im November 2013 den Schulbürgern vorgestellt hatte. Es entbrannte damals eine heftige Diskussion. Viel zu reden gab der beabsichtigte Abbruch des Oberstufenschulhauses Zentrum.

Die Stadt würde den Abbruch nicht bewilligen, da dieser Bau vom Amt für Denkmalpflege als wertvoll eingestuft worden sei, argumentierte damals Walter Sommer, Stadtammann. In einer Konsultativabstimmung sagten rund zwei Drittel der anwesenden Stimmbürger Nein zur Immobilienstrategie.

Keine Antwort erhalten

«Nach dieser Versammlung war im Dialog mit der Stadt der Wurm drin», sagte Sorg im Vorfeld der Versammlung vom Montag. Die VSGDH habe deshalb den Rechtsweg eingeschlagen. «Es hat keine Interessenabwägung stattgefunden. Wir luden mehrmals zu Gesprächen ein, bekamen aber keine Antwort», begründete Sorg den Rekurs. Stadtammann Sommer sagte auf Anfrage, es handle sich um ein laufendes Verfahren. Deshalb dürfe er sich nicht äussern. «Wenn dem Rekurs stattgegeben wird, hat die Stadt keine Möglichkeit mehr, den Abbruch zu verhindern», sagt Sorg.