Schule tendiert nach Uesslingen

BUCH. Uesslingen-Buch verschiebt die Volksabstimmung über den umstrittenen Schulstandort. Eine Planungsgruppe erarbeitet eine Vorlage für den Standort Uesslingen. Der Kindergarten könnte sich in Buch einmieten.

Thomas Wunderlin
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Urs Gassmann, neuer Schulpräsident. (Bild: Thomas Wunderlin)

Urs Gassmann, neuer Schulpräsident. (Bild: Thomas Wunderlin)

Uesslingen-Buch sollte noch diesen Monat über den Schulstandort abstimmen. Doch die Abstimmung ist «auf unbestimmte Zeit» verschoben, teilte Schulpräsidentin Ursi Rieser gestern abend den 70 Teilnehmern der Schulgemeindeversammlung mit. Es seien noch nicht alle Informationen beisammen.

Beide Schulhäuser in Uesslingen und in Buch müssen saniert werden. Damit liegt die Schliessung eines Standorts nahe. Eine Schule mit 84 Kindern kann sich zwei Standorte kaum leisten.

Entscheid für starken Standort

Die Behörde erarbeitet jetzt eine Variante, bei der alle Schulstufen in Uesslingen untergebracht werden. Das sei kein Entscheid gegen einen Standort, sondern für eine starke Schule, sagte Rieser. Eine neugeschaffene Planungsgruppe erarbeite die Details. «Wir wollen alle Fakten auf den Tisch.» In Uesslingen wäre eine Raumerweiterung nötig. Die Schulanlage Buch, wo die Schulgemeinde stattfand, soll in der öffentlichen Hand bleiben. Rieser erwähnte insbesondere den Spielplatz und die Mehrzweckhalle. Die Bürgergemeinde hat ein schriftliches Kaufangebot unterbreitet. Laut Rieser entspricht es einer Schätzung der Kantonalbank. Die Bürgergemeinde sei bereit, darin einen Kindergarten einzurichten. Die Schulgemeinde müsste dafür Miete zahlen. Auch dafür liegt eine Angabe vor, die laut Rieser «realistisch», aber für das Budget belastend ist. In einer Vernehmlassung hatten sich die Schulbürger laut Rieser mehrheitlich für eine Variante ausgesprochen, die höchstens eine geringe Steuererhöhung mit sich bringt. Während die Standortfrage bei anderer Gelegenheit die Emotionen hochgehen liess, war das diesmal nicht der Fall. Keine einzige Frage wurde gestellt.

Uesslingen und Buch bilden erst seit 2010 eine Schulgemeinde und schon erscheint die nächste Fusion am Horizont. Die Schulbehörde beteiligt sich an einer Arbeitsgruppe zur Bildung einer Volksschulgemeinde. Laut Rieser bedeutet das, dass es zwischen Uesslingen und Dettighofen und von Warth-Weiningen bis Nussbaumen nur noch eine Schulgemeinde gäbe. Die Arbeitsgruppe prüfe aber nur die Vor- und Nachteile. «Es heisst noch lange nicht, dass es das gibt.»

67 Stimmen für Gassmann

Zuvor wählte die Versammlung mit 67 Stimmen den 46jährigen Urs Gassmann zum neuen Präsidenten. In der Standortfrage sei er unbelastet, erklärte der Geschäftsführer des Verbands der Absolventen höherer Fachschulen. Denn er sei hier nicht zur Schule gegangen und habe keine Kinder. Es sei ihm gesagt worden, in Uesslingen-Buch gebe es doppelt so viele Bildungsexperten wie Schüler, und in den letzten Monaten sei in der Thurgauerzeitung mehrmals zu lesen gewesen, dass Präsidenten von Schulbehörden zurücktraten. Er kandidiere dennoch, weil es eine gute Möglichkeit sei, sich in der Gemeinde einzubringen. Mit Resultaten zwischen 64 und 66 Stimmen in die Behörde gewählt wurden auch die drei Bisherigen Karin Baumann, Bigna Ganz, Eveline Schnider und die neue Kandidatin Babette Oberhänsli.

Einstimmig genehmigt wurde die Rechnung mit einem Überschuss von 130 000 Franken statt des budgetierten Rückschlags von 100 000 Franken, dies bei Gesamtausgaben von rund 1,6 Millionen Franken. Vom Finanzausgleich kamen 462 000 Franken statt der budgetierten 395 000 Franken. Fast 50 000 Franken gespart wurden bei den Besoldungen, da der Lektionenpool optimiert und die Heilpädagogin weniger gebraucht wurde. Genehmigt wurde das Budget bei gleichbleibendem Steuerfuss von 63 Prozent.

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