Schule für junge Fussballtalente

Der FC St. Gallen ist seiner Fussball-Akademie wieder einen Schritt näher. Gestern abend wurde symbolisch der Grundstein gelegt. Das Gebäude für die Fussballschule ist bereits im Bau. Ende 2015 sollen 24 Talente einziehen.

Alexandra Pavlovic
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Moderator Rainer Maria Salzgeber befragt junge Ostschweizer Fussballtalente nach ihren Karrierewünschen. (Bild: Michel Canonica)

Moderator Rainer Maria Salzgeber befragt junge Ostschweizer Fussballtalente nach ihren Karrierewünschen. (Bild: Michel Canonica)

ST. GALLEN. Bei Real Madrid, Bayern München oder Barcelona spielen: Diese Träume äusserten gestern einige Junioren des Ostschweizer Fussball-Nachwuchsprojekts Future Champs (FCO) an der Grundsteinlegung für die Fussball-Akademie in St. Gallen.

In einem symbolischen Akt wurden nicht nur deren Wünsche, sondern auch die unterzeichneten Baupläne und eine tagesaktuelle Zeitung in eine Grundstein-Box gelegt. Damit ist der FC St. Gallen seiner Fussball-Akademie wieder einen Schritt näher: An der Kunklerstrasse, wo das Gebäude für die Fussballschule gebaut wird, ist der Lärm der Baumaschinen kaum zu überhören. 24 Fussball-Talente aus der gesamten Ostschweiz sollen hier Ende 2015 einziehen.

Strenge Selektion

«Die jüngsten Talente kommen schon mit 12 Jahren in die Akademie», sagt Verwaltungsratsmitglied Jakob Gülünay. Diese sollen so bereits früh eine professionelle Nachwuchsbetreuung erhalten. «Ausserdem soll die Akademie potenziellen Talenten dazu verhelfen, ihre Profikarriere beim FC St. Gallen oder dem FC Wil zu lancieren.» Die Akademie ist laut Dölf Früh, dem Präsidenten des FC St. Gallen, «ein Puzzlestück in der Organisation des FCO.» An acht Stützpunkten werden die besten 800 Junioren der gesamten Ostschweiz ausgebildet. Die 30 Besten schaffen den Sprung an den Fussballcampus in Bürglen. Von diesen werden einige für die Akademie in St. Gallen ausgewählt. Nicht jedem gelingt der Einstieg beim FC St. Gallen oder dem FC Wil. Doch von diesen Talenten und der Arbeit des FCO können dann andere regionale Vereine profitieren.

Akademie dank Zufall

Die Idee für den Bau einer sogenannten Fussballschule bestand schon lange. Da die Akademie in der AFG Arena an seine Grenzen gekommen war, wurde nach einem passenden Objekt in Stadionnähe gesucht. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass die Suche bald ein Ende fand. Dölf Früh erfuhr über die Zeitung, dass Unternehmer Ugur Uzdemir auf dem Grundstück an der Kunklerstrasse kein Projekt realisieren konnte.

Lagerhalle für Ikea

Vor vier Jahren hatte Uzdemirs Firma Befair Visions AG das Grundstück der Firma Armstrong übernommen. Ursprünglich sei eine Zwischennutzung – eine Lagerhalle für den Möbelhersteller Ikea – geplant gewesen, so Uzdemir. Daraus wurde nichts, ebenso wenig wie aus den Plänen für ein Hotel. Für den FC St. Gallen erwies sich dies als Glücksfall.

«Keine Selbstverständlichkeit»

Für Patrick Baumer, Leiter des Amts für Sport des Kantons St. Gallen, ist es «keine Selbstverständlichkeit», dass Privatpersonen ein derartiges Projekt auf die Beine stellen. «Diese Nachwuchsprojekte sind es, die ein positives Zeichen Richtung Jugendsportförderung setzten. Was wir vom Kanton mehr als begrüssen», sagt Baumer. Er hoffe, dass sich die Talente noch lange an eine solchen Ausbildungsplatz erinnern werden.

Dölf Früh wünscht sich dass «alle an einem Strick ziehen.» Und Ugur Uzdemir erhofft sich für den FC Wil wie auch für den FC St. Gallen «viele Sponsoren».

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