SCHULBEGINN: Für dreitausend ward’s ernst

Für Kindergärtler ist es ein grosser Tag: Am Montag gingen im Thurgau rund 3000 von ihnen das erste Mal zur Schule. Fast alle Lehrerstellen sind besetzt. Eine Schule braucht heutzutage aber auch noch anderes Personal.

Peter Exinger
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Peter Exinger

peter.exinger@thurgauerzeitung.ch

Für jedes neue Kind gibt es eine Lehrperson. Natürlich nur, wenn man die nackten Zahlen vergleicht. 3200 Lehrpersonen stehen im Thurgau in Sold und Lohn. Und etwa 3000 Primarschüler erlebten gestern ihren ersten Tag in der Schule, die den Ernst des Lebens bedeutet.

Die Schülerzahlen erweisen sich damit als weiterhin leicht steigend. Beat Brüllmann, Chef des Thurgauer Volksschulamts, führt dies auf Zuwanderung zurück. Und damit sind nicht ausschliesslich ausländische Bürger gemeint, sondern vor allem auch die Schweizer Binnenwanderung. Gerade der ländlich geprägte Thurgau mit seinen im Schweizer Vergleich moderaten Wohnungs- und Häuserpreisen ist für junge Familien aus den Städten ein beliebtes Niederlassungsgebiet. «Von der Zuwanderung sind nicht alle Schulgemeinden im gleichen Mass betroffen, die hängt natürlich etwa auch mit dem Faktor Bautätigkeit zusammen», sagt Brüllmann vom Volksschulamt. Die Statistik spricht hier von Wanderungs- gewinnen.

Neben dem klassischen Lehrpersonal benötigen die Schulen heutzutage aber noch weitere qualifizierte Mitarbeiter. Und das nicht zu knapp. Wenngleich sich Brüllmann nicht auf eine genaue Zahl festlegen will: Bis zu 40 Prozent des Schulpersonals sind keine Klassenlehrer. Schulen müssen heute viel mehr anbieten als in früheren Zeiten. Deswegen benötigen sie: Logopäden, Heilpädagogen, Unterrichtsassistenten, Förderlehrpersonen, Lehrer für Deutsch als Zweitsprache, Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter für Tagesschulangebote – im Unterschied zu den Lehrern sind die Stellen klassischerweise in Teilzeit besetzt. In einem grossen Schulbetrieb wie etwa dem Frauenfelder Langdorf wird die Entwicklung dieses Personalaufwandes sichtbar: Nur die Hälfte der Beschäftigten sind Klassenlehrer, wie es den althergebrachten Vorstellungen entspricht. Die andere Hälfte ist sozusagen mit Sonderaufgaben beschäftigt.

Und nun die gute Meldung des Tages: Brüllmann betont im Gespräch, dass kantonsweit alle Lehrerstellen besetzt werden konnten – bloss fünf oder sechs Heilpädagogen suchen die Thurgauer Schulen noch.