SCHULBAUTEN: Kommission befürwortet Neubau

Wegen Platzmangels soll für fast 27 Millionen Franken ein neues Gebäude für die Pädagogische Hochschule Thurgau erstellt werden. Die vorberatende Kommission spricht sich für die Vorlage aus.

Sebastian Keller
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Der Erweiterungsbau soll auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Gebäudes M der PHTG (rechts) erstellt werden. (Bild: Reto Martin)

Der Erweiterungsbau soll auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Gebäudes M der PHTG (rechts) erstellt werden. (Bild: Reto Martin)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Eine Hürde auf dem Weg zum Spatenstich ist geschafft. Die ­Vorlage für den Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen stösst bei der vorberatenden Kommission auf ein positives Echo. Die 15 Kantonsräte empfehlen ihren Ratskollegen einstimmig, darauf einzutreten. Eine Empfehlung für Zustimmung äussern elf Kommissionsmitglieder, drei enthalten sich, ein Mitglied ist dagegen.

Das neue Gebäude ist notwendig, weil es der Lehrerschule an Platz mangelt. Die heutige Kapazität ist auf 350 Studenten ausgelegt, aktuell drücken aber rund 800 die Schulbank für Lehrer. Zur Überbrückung hat sich die Hochschule an mehreren Orten eingemietet – etwa in einem ehemaligen Restaurant und in einem Einkaufszentrum. Auch ein provisorischer Pavillon wurde errichtet. Der Neubau auf einer Spielwiese eines Primarschulhauses würde das Provisorium und die meisten Mietlösungen erübrigen. Er «folgt als langgestreckter Körper dem Verlauf der Schulstrasse». Auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindet sich das PH-Gebäude M. Das neue ­Gebäude soll Schulungsräume, Materialräume und einen Arbeitsraum für Dozenten sowie 34 Büros beheimaten. Ferner eine Ausbildungsküche. Mit ­dieser wäre es erstmals möglich, dass die angehenden Pädagogen in Kreuzlingen eine Lehrbefähigung für das Fach Hauswirtschaft erwerben könnten; heute müssen sie sich das Rüstzeug dafür ausserkantonal holen.

Kommission kündigt Antrag im Parlament an

Der Präsident der vorberatenden Kommission, Kantonsrat An­dreas Wirth (SVP, Frauenfeld), schreibt im Bericht: «Das Raumprogramm des Erweiterungsbaus entspricht nicht einem Wunschdenken des Konvents oder der Hochschulleitung, sondern ist das Ergebnis einer strengen Prüfung von Regierung, Amt für Mittel- und Hochschule sowie Hochbauamt.»

Die Kommission kündigt an, dass sie im Parlament einen Antrag stellen wird. Und zwar soll statt Minergie-P der Ausbaustandard Minergie-A (siehe Kasten) angewendet werden. Heute ist für neue kantonale Bauten Minergie-P vorgeschrieben. «Im Zusammenspiel mit der optimierten Haustechnik wird es so möglich, mehr Energie zu produzieren, als effektiv verbraucht wird», heisst es im Bericht. Der Neubau soll an die Fernwärmeversorgung angeschlossen sowie mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet werden. Die Kommission schätzt, dass mit dem neuen Standard 700000 bis 800000 Franken eingespart werden könne. Der Grund: Die Anforderungen bezüglich Dämmung sind weniger streng. Auch der Regierungsrat denkt laut Botschaft an eine Min­ergie-A-Zertifizierung.

Mit dem Polieren der Spatenstich-Schaufeln müssen die Verantwortlichen aber noch abwarten. Erst der Grosse Rat und dann das Volk müssen den Kredit absegnen. Als Abstimmungstermin wird der 26. November 2017 angepeilt – vorausgesetzt, der Grosse Rat hat die Vorlage bis Ende Juni durchberaten.

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