Schüler sind Feuer und Flamme

Beim «Adventure Day» der Sonderwoche der SBW Frauenfeld machen die Schüler ohne Hilfsmittel Feuer, backen Brot und stellen ihre eigenen Finnenkerzen her. Dies passt gut zum schulischen Jahresthema «Feuer und Flamme».

Tobias Rüetschi
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Zwei Schüler zeigen beim Grillplatz Heerenberg, wie man ohne Feuerzeug Feuer machen kann. Auf dem Grill braten Schoggibananen. (Bild: Nana do Carmo)

Zwei Schüler zeigen beim Grillplatz Heerenberg, wie man ohne Feuerzeug Feuer machen kann. Auf dem Grill braten Schoggibananen. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. «Jeder von Euch hat ein Handy, oder?», fragt Schulleiter der SBW Frauenfeld, Matthias Vogel, eine Gruppe von Schülern und Schülerinnen. Hinter ihnen, auf der Grillstelle beim Heerenberg brennen am Dienstag vier Feuer, denn das Thema der diesjährigen Sonderwoche der SBW heisst «Feuer und Flamme». Es ist auch das Jahresthema der Schule.

«Früher hiess es SOS, heute heisst es SMS.» Matthias Vogel vergleicht die Einsen und Nullen, aus denen im Handy die Informationen bestehen, mit den Strichen und Punkten vom Morsealphabet. Mit einer Wolldecke dürfen die Schüler nun probieren, den dicken Rauch eines Feuers zur Morsenachricht zu Formen. Dies stellt sich schwieriger als erwartet heraus.

Jeden Tag ein feuriges Thema

Neben Rauchzeichen dürfen die Schüler der SBW Frauenfeld am Abenteuertag ihrer Sonderwoche noch viele andere Dinge mit Feuer anstellen. So lernen sie Brot und Schoggibananen über dem Feuer zu backen, ein Feuer ohne technische Hilfsmittel zu entfachen und Kartoffeln mit Hilfe von Glut zuzubereiten. Als Höhepunkt sägen die Jugendlichen mit der Motorsäge eine Finnenkerze.

Stephanie Eberle organisiert die Sonderwoche. «Sie findet jedes Jahr statt. Manchmal gibt es jedoch nur drei Tage lang Programm», sagt sie. Dieses Jahr ist aber während der ganzen Woche etwas los. Die Schüler haben heute den «Tag des Feuerlöschens», morgen behandeln sie das Thema Vulkane und am Freitag besuchen sie die Kehrichtverbrennungsanlage.

Dass das Jahresthema in die Sonderwoche einfliesst, sei nicht jedes Jahr der Fall. «Schwerpunkt einer Sonderwoche ist jeweils die Abwechslung vom Schulalltag», sagt Eberle. Dies sei bei diesem Thema gut möglich.

Schon mit Feuer gestartet

Die Schüler starteten schon mit einem Feuer ins Schuljahr. Sie schrieben schlechte Angewohnheiten auf Papier und warfen diese in den Neujahrsfunken, damit sie verbrannt wurden. Mit einem Feuerwerksvulkan wurden die guten Seiten des Lebens gefeiert. «Feuer ist etwas sehr Symbolisches», sagt Vogel.

Jugendliche motivieren

Die Idee für das Thema stammt vom Schulleiter persönlich. «Jugendliche sind schnell Feuer und Flamme für etwas. Wenn sie aber entfacht sind, muss man ihnen wie einem Feuer Aufmerksamkeit schenken, damit sie nicht erlöschen.» Diese Symbolik könne man auch auf den Lehrerberuf übertragen. «Lehrer müssen schauen, dass sie nicht ausbrennen», sagt Vogel.

Um «abgelöschte» Jugendliche wieder zu motivieren, müsse man sie eigene Erfahrungen machen lassen. Aus diesem Grund gäbe es auch den Abenteuertag. «Wenn ein Feuer ausgeht, so ist es noch nicht fertig. Man muss nur die Asche wegwischen und die Glut neu entfachen.»

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