Schüler diskutieren über Staatseingriffe

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Kreuzlingen Während der Wirtschaftswoche diskutierten Schüler der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen mit Gästen über die Rolle des Staates in der Marktwirtschaft. Matthias Dietrich wappnete sich für eine heftige Diskussion. Der Leiter «Politik und Internationales» bei der Post muss sich derzeit wegen des Strukturwandels einiges von den Kunden anhören. Doch die rund 140 Schüler der vierten Klassen hatten durchaus Verständnis dafür, dass Poststellen abgebaut und durch Postagenturen oder den Hausservice ersetzt werden, obwohl die jungen Leute – zur Überraschung der Podiumsteilnehmer – durchaus noch Nutzer der klassischen Postdienstleistungen sind und keinesfalls nur digital kommunizieren. Offenkundig gibt es aber auch bei jungen Kunden noch viel Klärungsbedarf zu den neuen Angeboten. Dietrich sagte: «Das muss ich zugeben. Wir müssen viel besser kommunizieren. Und wir müssen insbesondere die Ängste der älteren Menschen ernst nehmen und abbauen.»

Regierungsrat Walter Schönholzer wurde in der Diskussion nicht geschont – insbesondere als er sagte, dass der öV im Kanton stark gefördert und ausgebaut würde. Die Lebenswirklichkeit einiger Schüler sieht offenbar anders aus: «In meinem Dorf ist die Bus-Abendverbindung ganz gestrichen worden.» Der Politiker erklärte: «Wir haben ausgerechnet, dass so eine Spätverbindung den Staat 38 Franken pro Passagier kostet. Damit ist eine Schmerzgrenze erreicht.»

Für Nationalrat Christian Lohr sind Eingriffe in die Wirtschaft überall dort nötig, wo Schwächere die Unterstützung der Gesellschaft brauchen. Das gelte auch für den Service public. Ein Abbau sei absehbar und in ländlichen Gebieten schmerzhafter als in der Stadt. «Dafür braucht es einen sozial verträglichen Prozess. Ältere, Familien oder Behinderte müssen Zugang zum Service public behalten.» (red)