«Schüchtern bin ich zum Glück nicht mehr»

Monika Ausderau, die frisch gewählte Thurgauer Apfelkönigin, wird von ihrem Umfeld sehr geschätzt. Die Innendekorateurin bezeichnet sich selbst als unsicher und hofft, dass sich das während ihres Amtsjahres noch ändert. Ihre Schüchternheit konnte sie bereits ablegen.

Aylin Erol
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Monika Ausderau (24) bei ihrer Arbeit als Innendekorateurin. (Bild: Reto Martin)

Monika Ausderau (24) bei ihrer Arbeit als Innendekorateurin. (Bild: Reto Martin)

Ihre Freunde beschreiben die Thurgauer Apfelkönigin als offene, fröhliche und herzliche Person. Monika Ausderau ist da aber kritischer und sagt von sich selbst, sie sei sehr unsicher. «Weshalb ich nicht viel Selbstvertrauen habe, weiss ich allerdings auch nicht», sagt sie.

Grund dazu hätte sie jedoch genug. Die hübsche Märstetterin hat mit ihren grossen braunen Augen, dem strahlenden Lächeln und der sportlichen Figur alles, was sich so manche Frau wünschen würde. Hinzu kommt ihr neues Amt als Repräsentantin des Thurgaus, in das sie letztes Wochenende an der Wega gewählt wurde.

«Ich bin meist zu perfektionistisch», sagt Ausderau. Dies könne aber auch positiv sein.

Ein Mädchen vom Bauernhof

Seit einem halben Jahr lebt die Apfelkönigin mit ihrem Freund, mit dem sie schon seit drei Jahren zusammen ist, in einer gemeinsamen Wohnung in Märstetten. Obwohl es ihr dort sehr gefällt, bleibt Bussnang ihr Lieblingsort im Thurgau. «Ich kenne mich dort gut aus, weil ich in Bussnang auf einem Bauernhof aufgewachsen bin. Deshalb gefällt mir der Ort auch so gut», sagt Ausderau.

Als Kind musste sie oft mit ihren beiden jüngeren Brüdern auf dem Hof mit anpacken, nicht immer freiwillig, wie sie sagt. Da auf dem Grundstück ihrer Familie Apfelbäume wachsen, gehörte das Äpfelabnehmen unweigerlich auch dazu.

«Heute mache ich das viel lieber als früher», meint die 24-Jährige. Ihr Lieblingsapfel ist Gala, aber sie glaubt, dass sie in ihrem Amtsjahr noch weitere Sorten kennenlernt, die ihr genauso schmecken werden.

Interviews am Laufmeter

Letztes Wochenende hatte die Märstetterin bereits ein volles Programm. Sie gab ein Interview nach dem anderen, taufte zwischendurch einen Heissluftballon, trat im Radio auf und verteilte am Montag Äpfel an der Wega. Zurück in den Alltag ging es wieder am Dienstag, nämlich zur Arbeit. Die Bauerntochter arbeitet bei der Firma Hans Feuz Innenausstattungen in Altnau als Innendekorateurin.

Nähen und Turnen

In ihrem Beruf näht sie von Polster- und Kissenbezügen bis hin zu Vorhängen alles, was die Kunden wünschen. «Ich liebe an meinem Beruf, dass ich kreativ und selbständig arbeiten kann», sagt die Thurgauerin. Zu Hause näht sie deshalb manche Kleidungsstücke selbst. Abgesehen vom Nähen hat Monika Ausderau ihre Freizeit ganz ihrem Hobby Turnen verschrieben. Die Apfelkönigin trainiert einmal in der Woche im Turnverein Märwil. Ihre Kolleginnen unterstützten sie als grösster Fanclub aller Kandidatinnen bei der Wahl zur Apfelkönigin und bildeten mit ihr auf der Wega-Bühne eine Pyramide.

Die Teamkollegen Ausderaus schätzen an ihr vor allem ihre gute Laune und ihre Hilfsbereitschaft. «Ich achte manchmal mehr auf andere als auf mich selbst. Das ist natürlich auch nicht immer gut», sagt Ausderau. Immerhin ist die Turnerin in den wenigen Tagen, in denen sie ihr Amt als Apfelkönigin ausübt, schon etwas selbstbewusster geworden: «Schüchtern bin ich zum Glück nicht mehr.» Dafür bleibt auch keine Zeit, denn als neue Repräsentantin des Kantons Thurgau und des Apfels wurde sie beim Äpfelverteilen bereits von vielen Leuten angesprochen.

«Es macht mir jetzt schon grossen Spass», sagt Ausderau. Auf das kommende Jahr freue sie sich sehr.