Schreiner druckt dreidimensional

Die Zukunft hält Einzug in die Schreinerei Diethelm in Buch: Der Familienbetrieb hat sich vor vier Monaten einen 3D-Drucker zugelegt, um für die Kunden Modelle ihrer gewünschten Möbel zu drucken.

Lisa Epper
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Robin Diethelm überwacht den 3D-Drucker in Aktion in der Schreinerei Diethelm in Buch bei Frauenfeld. (Bild: Nana do Camo)

Robin Diethelm überwacht den 3D-Drucker in Aktion in der Schreinerei Diethelm in Buch bei Frauenfeld. (Bild: Nana do Camo)

BUCH BEI FRAUENFELD. Leise surrend bewegt sich der Druckkopf über die Arbeitsfläche und trägt in dünnen Schichten das erhitzte Material aus gepressten Holzfasern auf. Der zu druckende Gegenstand wächst langsam in die Höhe, während die Maschine Schicht für Schicht weiter druckt.

Die Rede ist von sogenannten 3D-Druckern, welche sich wachsender Beliebtheit erfreuen (siehe Kasten). Eine solche Maschine steht seit vier Monaten auch in der Schreinerei Diethelm in Buch bei Frauenfeld.

Für Designer und Architekten

Die Schreinerei Diethelm ist auf individuelle Fertigungen mit Schwerpunkt auf Innenraumgestaltung spezialisiert. Der Betrieb fertigt vor allem Möbel aus Massivholz an.

Meist reicht die Vorstellungskraft der Kunden nicht aus, um ein Gefühl für ihr gewünschtes Möbel zu bekommen. «Der 3D-Drucker schliesst diese Lücke», sagt Robin Diethelm, Sohn des Schreinereigründers Roger Diethelm.

Den Drucker haben sie sich vor allem als Kundendienstleistung zugelegt, denn die Schreinerei macht durch seine Anschaffung keine direkten Einnahmen: «Mit dem Drucker lassen sich die Kundenwünsche persönlicher gestalten. Das macht nicht nur mir, sondern auch den Kunden Spass», sagt Diethelm-Junior. «Ausserdem war es für mich auch ein reiner <Buebespass> an der Maschine zu tüfteln.» Diethelm-Senior meint, sie seien eine der ersten Schreinereien, die mit solchen Druckern arbeiten: «Gemäss Aussage des Herstellers gehen die meisten Drucker an Architekten und Designer, nicht aber Schreiner.»

Unzählige Möglichkeiten

Diethelm-Junior kümmerte sich um die Anschaffung des Druckers. Dieser wurde von der st. gallischen Manufaktur «Delta Tower» hergestellt und zusammengebaut. «Der Nachteil des Druckers ist, dass es einige Zeit dauern kann, bis man sich gut damit zurechtfindet», weiss Diethelm-Junior. Er fügt an, dass der Druck je nach Grösse des Objekts lange dauern kann und die Stückkosten sich auf etwa drei Franken belaufen.

Faszinierend findet Diethelm hingegen die Vielseitigkeit des Druckers: «Es gibt unzählige Möglichkeiten in bezug auf die Einstellungen des Druckers, das verwendete Material oder die Farben.» Zudem benötigt die Wartung des Druckers wenig Aufwand. Und noch ist – zumindest laut Aussage des Herstellers «Delta Tower» – kein 3D-Drucker aufgrund Abnutzung kaputtgegangen.

Robin Diethelm beobachtet den Drucker in Aktion in der Schreinerei. (Bild: Nana do Carmo)

Robin Diethelm beobachtet den Drucker in Aktion in der Schreinerei. (Bild: Nana do Carmo)

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