Schreiner besorgt um Eurokurs

ROMANSHORN. Die Auftragslage bei den Thurgauer Schreinern ist gut. Doch es gibt Ausnahmen: Nämlich jene Betriebe, die ihre Produkte in den EU-Raum exportieren.

Christof Lampart
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ROMANSHORN. An der ausserordentlichen Generalversammlung, welche in der Romanshorner Sozialinstitution Brüggli vor 44 Mitgliedern stattfand, zog Hanspeter Meier, der Präsident des Verbands Schreiner Thurgau (VSSM), ein positives Fazit über die letzten zwölf Monate. Die Auftragslage sei «gut» gewesen und sei es momentan immer noch. Geklagt würde höchstens über schlechte Preise. Nicht so rosig hätten es in den letzten Monaten jedoch jene Schreinerbetriebe getroffen, die ihre Produkte vorwiegend in den Euroraum verkauften. Die Überbewertung des Frankens bereite also nicht nur der Maschinenindustrie Sorgen, bilanzierte Meier.

Für positive Emotionen sorgen

Dass nun aber auch der Bundesrat die Wirtschaftsprognosen fürs kommende Jahr nach unten korrigiert habe, müsse ein klassisches KMU, wie es die meisten Schreinereien sind, mit Sorge erfüllen. Umso mehr sei es von grosser Bedeutung, dass die Schreiner ihre Produkte nicht nur qualitativ hochwertig anfertigten, sondern diese geradezu mit einem Lebensstil verknüpften. Wenn es den Schreinern gelänge, den Werkstoff Holz mit positiven Emotionen aufzuladen, dann könne die Branche auch in schwierigeren Zeiten «erfolgreich Nischen besetzen», zeigte sich Meier überzeugt.

125-Jahr-Jubiläum 2012

Sehr erfreut zeigte sich der Präsident über das Echo, welche der traditionelle Schreinerlehrlingswettbewerb an der Wega und die erstmals durchgeführte Thurgauer Berufsmesse in diesem Herbst hervorriefen. Beide Gefässe seien von den Schreinern mit «Inhalten gefüllt worden» und hätten ein positives Echo in der breiten Öffentlichkeit gezeitigt.

Dieses soll auch 2012 mit eigenen Aktionen erzielt werden, welche anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des nationalen Schreinerverbandes im Thurgau durchgeführt werden. Dafür wendet der Kantonalverband 72 000 Franken für Werbung/PR auf, womit im Geschäftsstellenbudget im 2012 ein Verlust von 58 200 Franken klaffen wird. Doch für Meier ist dies kein Beinbruch – im Gegenteil: «So ein nationaler Event bringt viel Aufmerksamkeit und Schwung in die eigenen Werbeaktivitäten. Da lohnt es sich, wenn man selber noch einmal einen richtigen Betrag investiert, damit die eigenen Mitglieder vom frischen Wind profitieren können», betonte Meier. Unter anderem wolle man einen «Thurgauer Happy Day» durchführen, doch sei man für weitere gute Ideen nach wie vor empfänglich, so Meier. Diskussionslos und einstimmig genehmigten schliesslich auch die Stimmberechtigten das vorgelegte Budget 2012.