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Schönholzer verkörpert die FDP

Mit klarer Mehrheit nominiert die Mitgliederversammlung der FDP Thurgau Parteipräsident Walter Schönholzer als Kandidaten für die Regierungsratswahlen 2016. Alt Nationalrat Werner Messmer lobt ihn als Werbeträger für die Partei.
Thomas Wunderlin
Der unterlegene Bewerber Stefan Haffter gratuliert dem frisch gekürten Regierungsratskandidaten der FDP, Walter Schönholzer. (Bild: Reto Martin)

Der unterlegene Bewerber Stefan Haffter gratuliert dem frisch gekürten Regierungsratskandidaten der FDP, Walter Schönholzer. (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Mit alt Nationalrat Werner Messmer hatte Parteipräsident Walter Schönholzer wohl den bestmöglichen Götti gefunden. Mehr noch als der Bewerber selber appellierte Messmer an die Gefühle der über 200 FDP-Mitglieder, die sich gestern abend in den Saal des Weinfelder «Trauben» quetschten. Schönholzer habe bei ihm einen Bonus, weil er es durch das duale Bildungssystem über eine Lehre empor geschafft habe, sagte Messmer. Er habe bei der Lista in Erlen ein erfolgreiches Team geführt. Als Gemeindeammann von Kradolf-Schönenberg habe er es erreicht, dass man seinen Vorgänger, den volksverbundenen heutigen Regierungsrat Jakob Stark, schnell vergessen habe. «Walter ist eine Frohnatur», sagte Messmer. Es mache Freude, ihm zu begegnen. Die FDP brauche Exekutivpersonen, die Werbeträger für die Partei seien.

In seinen zwei Jahren als Parteipräsident ist es Walter Schönholzer offensichtlich gelungen, sich in der Partei eine starke Machtbasis zu schaffen. Ausserdem konnte er mit der Aura des Siegers auftreten, denn die FDP hat unter seiner Führung bei den Nationalratswahlen ihren traditionellen Sitz zurückgewonnen. So wählte die Mitgliederversammlung der FDP Thurgau den 50-Jährigen am Donnerstagabend im ersten Wahlgang mit 130 Stimmen zum FDP-Regierungsratskandidaten. Sein Gegner Stefan Haffter erhielt 71 Stimmen. Auch fünf leere Stimmen wurden in den Plastikkübel eingelegt, der als Urne diente.

Alpinist setzt Prioritäten

Er sei «topmotiviert, die freisinnigen Werte zu vertreten», sagte Schönholzer. Er verfüge über gute Beziehungen zu den andern Parteien und dem Verband Thurgauer Landwirtschaft. Das sei bei den Gesamterneuerungswahlen wichtig, da die FDP als einzige Regierungspartei ohne Bisherigen antrete. Im Alpinismus habe er gelernt, Prioritäten zu setzen. Auch Schönholzer setzte auf Emotionen, indem er ein Foto von sich als kleinem Buben zeigte.

Haffter malte den Alltag eines Regierungsrats in düsteren Farben. «Die Zeit für die Familie wird rar. Man muss unangenehme Entscheide treffen.» Da seine Tochter fast erwachsen und seine Frau selbständig berufstätig sei, habe er aber die Zeit dafür, sagte der 48jährige Weinfelder. Als Staatsanwalt sei er sich gewohnt, unangenehme Entscheide zu treffen. In der Rolle des Götti trat sein Vorgesetzter, Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf, auf. Er lobte Haffter als Macher: «Alles, was er anpackt, hat Hand und Fuss, und zwar kräftige.» Er sei auch ein fürsorglicher Chef und zeichne sich durch Warmherzigkeit aus.

Regierung ohne Jurist

Ohne Haffter gebe es im Regierungsrat keinen Juristen mehr, sagte Graf. Das führe zu einer «problematischen Machtverschiebung» zur Verwaltung. Bisher sei es unbestritten gewesen, dass im Regierungsrat mindesten ein Jurist sitzen müsse: «Die Geschäfte des Regierungsrats werden – man kann es beklagen oder nicht – immer mehr von der Juristerei beeinflusst.» Ohne Haffter seien die Zentrumsgemeinden nicht mehr vertreten, warnte Graf weiter. Dafür habe Kradolf-Schönenberg mit 3500 Einwohnern gleich zwei Regierungsräte.

Ein Parteimitglied kritisierte, dass Haffter den Fall Mattle ans Obergericht weitergezogen und damit Steuergelder verschleudert habe. Haffter erklärte, sie seien zu dritt zur Auffassung gelangt, dass noch offene Rechtsfragen bestünden.

In der Diskussion, bei der die Kandidaten vor die Tür gingen, warnte eine Weinfelderin davor, dass im Regierungsrat bald nur noch ehemalige Gemeindepräsidenten oder Vize-Gemeindepräsidenten sässen.

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