Schönholzer auf Schläpfers Spur

Im Thurgauer Regierungsrat gibt es keine Rochade. Der neugewählte Walter Schönholzer übernimmt das frei werdende Departement für Inneres und Volkswirtschaft. Die andern vier Regierungsräte bleiben an ihren Plätzen.

Thomas Wunderlin
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Die neue Regierung singt im Chor: Cornelia Komposch, Monika Knill, Walter Schönholzer, Carmen Haag, Jakob Stark, Staatsschreiber Gonzenbach. (Bild: Reto Martin)

Die neue Regierung singt im Chor: Cornelia Komposch, Monika Knill, Walter Schönholzer, Carmen Haag, Jakob Stark, Staatsschreiber Gonzenbach. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Nachdem der Thurgauer Grosse Rat gestern Vormittag das Ergebnis der Regierungsratswahlen genehmigt hat, ist der Regierungsrat am frühen Abend in neuer Besetzung zur Departementsverteilung zusammengekommen. Über das Ergebnis der kurzen Sitzung informierte die Staatskanzlei am Mittwoch um 18.45 per Mail. Es überrascht lediglich dadurch, dass es die einfachste Lösung ist. Der neugewählte Walter Schönholzer (FDP, Jahrgang 1965) übernimmt das Departement für Inneres und Volkswirtschaft (DIV), das der in Pension gehende Kaspar Schläpfer (FDP) geführt hat. Die vier Bisherigen verharren auf ihren Posten. Jakob Stark (SVP, 1958) führt das Departement für Finanzen und Soziales, das er vor zwei Jahren übernommen hat. Monika Knill (SVP, 1972) bleibt wie in den letzten acht Jahren im Departement für Erziehung und Kultur. Carmen Haag (CVP, 1973) behält das Departement für Bau und Umwelt, das sie nach ihrer Wahl vor zwei Jahren von Stark übernommen hat. Cornelia Komposch (SP, 1963) ist weiterhin Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit, das sie seit dem 1. Juni 2015 leitet.

Einvernehmlicher Entscheid

Die Departementsverteilung verlief einvernehmlich, wie Knill, Schönholzer und Komposch bestätigen. «Jeder hat seine Präferenzen bekannt gegeben», sagte Schönholzer auf Anfrage, «und dann hat es gepasst.» Er sei sehr zufrieden. Er bringe Erfahrungen aus der Wirtschaft mit, habe als Gemeindepräsident mit Tourismus zu tun gehabt und er habe bei der Lista ein EDV-Projekt geleitet. Er verfüge über gute Kontakte zur Wirtschaft, zum Gewerbe und zum Verband Thurgauer Landwirtschaft. Im DIV könne er sich am schnellsten, effizientesten und wirkungsvollsten einbringen.

Gemäss Geschäftsreglement des Regierungsrats ist der Regierungsrat frei in der Departementsverteilung, ausser dass einem Regierungsrat sein Departement nicht gegen seinen Willen entzogen werden soll. Gemäss ungeschriebenem Gesetz gebührt jedoch Amtsälteren der Vortritt. Knill hätte demnach das DIV übernehmen können, wenn sie gewollt hätte. Im Unterschied etwa zu Stark und Haag hatte sie vor den Erneuerungswahlen vom 28. Februar einen Departementswechsel nicht ausgeschlossen.

«Ich habe mir ernsthaft Überlegungen gemacht», sagte Knill gestern. Sie habe Gründe für Bleiben und Wechseln abgewogen. Am Ende sei das vorliegende Ergebnis herausgekommen. Früher habe es oft Wechsel im Erziehungsdepartement gegeben. Nach acht Jahren sei sie eines der amtsältesten Mitglieder der Erziehungsdirektorenkonferenz, wo sie im Vorstand sitze. Durch die Erfahrung habe sie «ein gewisses Gewicht in gewissen Fragen» entwickelt, was gewinnbringend für den Kanton Thurgau sei. Sie sei nicht themenmüde und sei weiterhin mit Herzblut dabei. Unter den Aufgaben, die sie weiter beschäftigen werden, erwähnt sie insbesondere den neuen Lehrplan, der 2017 eingeführt wird.

Vier Amtschefs gewählt

Auch Komposch hätte gemäss dem Anciennitätsprinzip ins DIV wechseln können. Für die gelernte Bäuerin wäre ein solcher Wechsel denkbar gewesen. Sie habe sich in den drei Viertel Jahren im grossen Departement für Justiz und Sicherheit gut eingewöhnt und sich einen guten Überblick verschafft, sagte sie. Die Themen Migration und Sicherheit seien interessant und eine Bereicherung. Die persönlichen Beziehungen seien ihr auch wichtig: «Ich habe vier Amtsleiter nach meinem Gusto wählen können. Sie haben alle gesagt, sie hofften, mich wiederzusehen.»