Schnyder ungebremst nach Bern

SIRNACH. Im Dreitannensaal in Sirnach ist am Donnerstagabend fast die gesamte Thurgauer Politprominenz aufgetreten. Die SVP-Bezirkspartei Münchwilen lud zum überparteilichen Wahlpodium. Komiker Thomas Götz führte durch den Abend.

Rudolf Steiner
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Viel politische Prominenz: Verena Herzog, Kurt Baumann, Daniel Wittwer, Markus Hausammann, Edith Graf-Litscher, Josef Gemperle, Diana Gutjahr, Hansjörg Walter, Hansjörg Brunner und Christian Lohr nehmen Stellung zu aktuellen Themen. (Bilder: Rudolf Steiner)

Viel politische Prominenz: Verena Herzog, Kurt Baumann, Daniel Wittwer, Markus Hausammann, Edith Graf-Litscher, Josef Gemperle, Diana Gutjahr, Hansjörg Walter, Hansjörg Brunner und Christian Lohr nehmen Stellung zu aktuellen Themen. (Bilder: Rudolf Steiner)

Langsam kommt der Wahlkampf ins Rollen. Im Thurgau kandidieren 123 Kandidaten für den Nationalrat. Seit ein paar Tagen grüssen sie verführerisch lächelnd und vielversprechend auf Hunderten von Plakaten an Kandelabern, auf Wiesen und Feldern entlang der Strassen. Am Eingang zum Dreitannensaal in Sirnach lagen für die rund 100 Besucher viele Werbeflyer und kleine Geschenke der Kandidaten bereit und machten auf deren Vorzüge aufmerksam.

Das kleinere Übel

Auch Arnold Schnyder will nach Bern. «Und zwar ungebremst», wie der Moderator auf einem auf der Bühne plazierten Werbeplakat kühn verkündete. «Wählen Sie Arnold Schnyder, das kleinere Übel» forderte er das Publikum auf, «Arnold Schnyder Liste 1291, parteilos ungebremst nach Bern» ist sein – allerdings nicht ganz ernst gemeinter – Wahlslogan. Richtig ernst ist es hingegen den zwei wiederkandidierenden Ständeratskandidaten Brigitte Häberli (CVP, Balterswil) und Roland Eberle (SVP, Weinfelden) und den sechs ebenfalls wieder antretenden Nationalräten Edith Graf-Litscher (SP, Frauenfeld), Verena Herzog (SVP, Frauenfeld), Hansjörg Walter (SVP, Wängi), Markus Hausamann (SVP, Langrickenbach), Thomas Böhni (GLP, Frauenfeld) und Christian Lohr (CVP, Kreuzlingen) sowie den sieben neuen Kandidaten, die gemeinsam mit den schweizweit 3500 Kandidierenden für ihre Parteien in den nächsten sechs Wochen in die Hosen steigen und weder Mühen noch Kosten eines Wahlkampfs scheuen. Neu kandidieren die Kantonsräte Diana Gutjahr (SVP, Amriswil), Ruedi Heim (CVP, Aadorf), Josef Gemperle (CVP, Fischingen), Kurt Baumann (SVP, Sirnach), Vico Zahnd (SVP), Hansjörg Brunner (FDP, Wallenwil) und Daniel Wittwer (EDU, Sitterdorf).

Listige Verbindungen

Doch zuerst kamen nicht sie, sondern Moderator Thomas Götz als parteiloser Kandidat Arnold Schnyder mit der Liste 1291 zu Wort und pries sich an. Er könne bei seinem Wahlkampf viel von der SVP lernen, da diese Partei die grössten Stimmungskanonen in ihren Reihen habe. Allerdings frage er sich auch, ob die SVP mit ihrem neuen Maskottchen Willi bereits auf den Hund gekommen sei. Mit Blick auf die diversen Listenverbindungen fragte er: «Sind das nun Listenverbindungen oder doch eher listige Verbindungen?» Hinsichtlich seines Alleingangs meinte er jedoch, dass er lieber allein gewinne als gemeinsam verliere. Nach der kabarettistischen Einstimmung wechselte der Moderator im zweiten Teil zur Befragung der National- und Ständeräte.

Eingespieltes Team

Bei der Befragung der beiden bisherigen Ständeräte Brigitte Häberli und Roland Eberle beschworen die beiden die ungeteilte Standesstimme des Kantons Thurgau. Sie pflegten eine gute Zusammenarbeit und seien ein eingespieltes Team, das man nicht auswechseln solle, meinten sowohl Roland Eberle und Brigitte Häberli. Sie bildeten eine Symbiose und priesen sich als Doppelpaket an. Da Herausforderer Klemenz Somm (Kantonsrat GLP) nicht anwesend war, hatten die beiden Wiederkandidierenden an diesem Abend leichtes Spiel. Ungleich schwieriger dürfte es für die Kandidaten für die Wahl in den Nationalrat werden. Umso mehr, als sich alle sechs Bisherigen zur Wiederwahl stellen. Mit verschiedenen Fragen zu ihrer Motivation, zur Migrationspolitik, zu den Gründen für die tiefe Wahlbeteiligung und zur Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre versuchte Moderator Arnold Schnyder die Kandidaten aus ihrer Reserve zu locken. Sie liessen sich jedoch allesamt in ihren Aussagen wahlkampftaktisch versiert kaum auf die Äste hinaus.

Schauspieler Thomas Götz alias Arnold Schnyder.

Schauspieler Thomas Götz alias Arnold Schnyder.