Schneller an einen freien Schalter

Auf den Poststellen Frauenfeld Kurzdorf und Talbach werden nur noch schnelle Abwicklungen getätigt. Kunden, die ein Beratungsgespräch wünschen, müssen dafür auf die Hauptpost gehen.

Viola Stäheli
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Die Poststelle Kurzdorf bedient nur noch schnelle Kunden. (Bild: Viola Stäheli)

Die Poststelle Kurzdorf bedient nur noch schnelle Kunden. (Bild: Viola Stäheli)

FRAUENFELD. Fünf Minuten sind vergangen, seit man die Poststelle im Kurzdorf betreten hat. Dann wird ein Schalter frei. «Grüezi, ich möchte ein neues Konto bei der Post eröffnen.» Bevor man sein Anliegen weiter erklären kann, weist die Postangestellte darauf hin, dass einem bei der Hauptpost in Frauenfeld weitergeholfen werden kann. Gewartet hat man umsonst.

Vor kurzem war es noch möglich, bei den Poststellen Kurzdorf und Talbach ein Konto zu eröffnen oder einen Handy-Vertrag zu unterschreiben. Seit ein Pilotprojekt der Post lanciert wurde, ist das aber nicht mehr so. Fortan gibt es diese Dienstleistungen nur noch auf der Hauptpost.

A- und B-Kunden

Die Poststellen Kurzdorf und Talbach sind zwei von 18 Thurgauer Poststellen, die als «Versuchskaninchen» für das Pilotprojekt herhalten. Das Projekt sieht vor, Kunden in zwei Kategorien einzuteilen. A-Kunden geben etwa Briefe und Pakete auf und sind entsprechend schneller als B-Kunden, die ein Beratungsgespräch benötigen. «In kleinen Poststellen ist es mühsam, wenn ein Schalter aufgrund eines langen Beratungsgespräches besetzt ist», erklärt Erich Schmid, Pressesprecher der Post.

Das Pilotprojekt will bei diesem Problem Abhilfe schaffen, und dafür die Wartezeiten verkürzen. So könne man mehr auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, von denen die meisten eine schnelle Abwicklung an den Schaltern brauchen. Wer in Zukunft also einen Brief oder ein Paket abgeben möchte, muss nicht mehr warten, bis ein Schalter nach einem Beratungsgespräch endlich frei wird.

Um das zu verwirklichen, hat die Post an grösseren Poststellen Beratungstheken eingerichtet. In der Frauenfelder Hauptpost gibt es diese Theken schon, daher hat sich nicht viel verändert. Neu aber werden B-Kunden von den Poststellen Kurzdorf und Talbach konsequent zur Hauptpost geschickt.

Nicht nur im Thurgau

«Das Pilotprojekt läuft bis Dezember», sagt Schmid. Die Thurgauer Poststellen waren die ersten, bei denen das Pilotprojekt anlief. Bis Mitte August werden weitere in anderen Teilen der Schweiz folgen. Danach wird Bilanz gezogen. Läuft das Projekt gut, ist eine Umstrukturierung sämtlicher Poststellen in der Schweiz möglich.

Für den einen oder anderen ist es noch ungewohnt, dass die kleinen Poststellen nur noch die «schnellen» Kunden bedienen. Auf der Hauptpost zeigt sich aber auch ein Vorteil: Kunden, die eine Beratung wünschen, können ohne eine Nummer zu ziehen zur Beratungstheke gehen.