Schneeflocken zum Freiluftkonzert

Die Musikgesellschaft hat am Sonntag zum Weihnachtskonzert knapp über die Gemeindegrenzen hinaus geladen. Trotzdem kamen die Besucher in Scharen.

Andreas Taverner
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Dank mobilen Lichtern ist für die Musiker auch die Dunkelheit kein Problem. (Bild: Andreas Taverner)

Dank mobilen Lichtern ist für die Musiker auch die Dunkelheit kein Problem. (Bild: Andreas Taverner)

Zwei orangefarbene Blitzleuchten, montiert auf einem der Feuerwehr gehörenden Faltsignal mit der Aufschrift «Achtung Feuerwehr», leiten die Besucher zu den Parkplätzen. Um 18 Uhr beginnt das dritte Adventskonzert der Musikgesellschaft Thundorf bei Familie Burkhart, knapp über den Gemeindegrenzen in Wolfikon. Während die Musikanten ihre Plätze einnehmen und das Notenlicht montieren, bereiten einige Helfer selbstgemachte Gerstensuppe und Glühwein vor. Diese sind jeweils in einem grossen metallenen Kessel, der auf einem Feuer steht und so erhitzt wird.

Noch trauen sich die ersten Besucher nicht näher an die Musikanten heran. Bis ein Kind aufgeregt die Mutter fragt: «Kann ich auch tanzen?» Damit scheint das Eis gebrochen. Als die Musik mit der Melodie von «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» ihr Konzert beginnt, strömen noch immer Schaulustige herbei, bis sich rund 100 Personen am Freiluftkonzert eingefunden haben.

Breite Palette an Liedern

Während Dirigent Dominik Gehler anfangs ohne ein Podest auskommen muss, wird ihm dieses einige Lieder später nachgeliefert. «Lied 69!» weist Gehler seine Musiker an. Es trägt den Titel «The First Noël» und ist ein traditionell englisches Weihnachtslied. Die Musik spielt gekonnt und erntet dafür nach jedem Lied Applaus von den Zuhörern.

Plötzlich! Das Wetter hat sich unbemerkt verschlechtert und erste Schneeflocken fallen um 18.35 Uhr auf die Anwesenden. «Das ist eine perfekte, zeitliche Abstimmung zum Anlass», sagt eine sichtlich begeisterte Besucherin. «Das nächste Lied kennen Sie alle», wird angekündet. Doch während die Musikgesellschaft Thundorf mit «Stille Nacht» ihr musikalisches Adventskonzert beendet, bleibt es von der Seite der Anwesenden ruhig. Unterdessen duftet es nach Gerstensuppe und anderen feinen Dingen. Der zu Beginn ausgesprochenen Einladung, im weihnachtlich dekorierten Stall etwas Warmes einzunehmen, folgen die Besucher noch so gerne.

Andreas Taverner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch