«Schnee und glatte Strassen vermissen wir noch nicht»

FRAUENFELD. Beim Gedanken an weisse Weihnachten kann Peter Lang nur müde lächeln. Und auch die Zahlen des bisherigen Winters 2015/16 sprechen Bände. Der Leiter des städtischen Winterdienstes verzeichnete bislang drei kleine Einsätze.

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Winterdienst-Chef Peter Lang bei der wöchentlichen Funktionsprüfung eines Traktors. (Bild: Mathias Frei)

Winterdienst-Chef Peter Lang bei der wöchentlichen Funktionsprüfung eines Traktors. (Bild: Mathias Frei)

Beim Gedanken an weisse Weihnachten kann Peter Lang nur müde lächeln. Und auch die Zahlen des bisherigen Winters 2015/16 sprechen Bände. Der Leiter des städtischen Winterdienstes verzeichnete bislang drei kleine Einsätze. «Es ging um einzelne Stellen auf Brücken und in Waldstücken», sagt Lang. In durchschnittlichen Frauenfelder Wintern kämpfen Lang und sein Team jeweils mit rund 250 bis 300 Tonnen Streusalz gegen die Eisglätte an. Diesen Winter gingen bisher zwei Tonnen raus. Und im Vergleich mit anderen Jahren sind bis Ende Dezember, also in den ersten zwei Winterdienst-Monaten, zwei bis drei Volleinsätze – mit 25 bis 30 Mann sowie 16 Fahrzeugen – und ein halbes Dutzend Teileinsätze üblich.

Kaum Temperaturen unter null

«Es ist schlichtweg zu warm», stellt Lang fest. Das Thermometer falle nachts kaum einmal unter null Grad. Bei diesen Temperaturen sei auch der Nebel unproblematisch. Für die Mitarbeiter des städtischen Werkhofs dauert der Winterdienst-Pikett fünf Monate. Es komme immer wieder vor, dass es während eines oder sogar zweier Monate wenig Einsätze gibt. «Aber diesen Winter hat der Winterdienst bislang noch nicht stattgefunden», sagt Lang. «Den Schnee, die glatten Strassen und die nächtlichen Einsätze vermissen wir noch nicht», meint der Winterdienst-Leiter mit einem Lächeln. In einem anderen Buch sei geschrieben, ob solche milde Winter der Natur guttäten.

Um der Verkehrssicherheit willen wäre es Lang zwar lieber, wenn es schon früh im November erste Winterdienst-Einsätze gegeben hätten. Denn dann wären auch die Autofahrer auf die neuen Strassenverhältnisse sensibilisiert.

Was sonst zu kurz kommt

Es sei nun aber nicht so, dass die Werkhof-Mitarbeiter im Znüniraum Däumchen drehten und auf den ersten Schnee warteten. «Wir haben ja noch unsere normale Arbeiten, die wir erledigen müssen und sonst im Winter eher zu kurz kommen», sagt Lang. Im Winter stünden vermehrt Holzerarbeiten an. Bei milden Temperaturen sei zum Teil auch Strassenunterhalt möglich. Nicht weniger aktuell seien zudem das Reinigen von Strassen und Plätzen sowie das Leeren der Abfallkübel.

Mit dem Winterdienst gibt es für die Werkhof-Mitarbeiter jede zweite Woche nebst der Tagesarbeit mögliche Nachteinsätze. Und das können auch schon mal vier, fünf Nächte hintereinander jeweils mehrstündige Einsätze sein. Ohne Winterdienst stünden die Mitarbeiter weniger unter Stress, seien weniger müde. «Das merkt man den Leuten schon an», sagt Lang.

Immer parat sind die Winterdienst-Fahrzeuge. Die Pfadschlitten sind montiert. «Innert 15 bis 20 Minuten sind wir startklar», sagt Lang. Eigentlich ist üblich, dass man die Salzstreuer auf den Fahrzeugen vorsorglich füllt. Wohlweislich hat Lang heuer damit zugewartet. Denn mittlerweile wäre das Salz verklumpt, und man hätte es in den Streuern aufbrechen müssen. Pflicht ist aber jede Woche ein Funktionstest der Fahrzeuge, die in einer Halle ihrer Aufgabe harren.

Aktuelle Nachrichten