Schnee bremst auf neuen Busrouten

FRAUENFELD. Am ersten Morgen auf den neuen Busrouten verspäten sich viele Frauenfelder Stadtbusse. Besonders die abschüssigen Strecken können nur vorsichtig befahren werden. Aber auch der Dreier auf der neuen Flachlandroute hat Verspätungen. Fahrgäste ärgern sich über verpasste Anschlüsse.

Thomas Wunderlin
Drucken
Teilen
Passagiere eines verspäteten Frauenfelder Stadtbusses eilen über den Bahnhofplatz. (Bilder: Thomas Wunderlin)

Passagiere eines verspäteten Frauenfelder Stadtbusses eilen über den Bahnhofplatz. (Bilder: Thomas Wunderlin)

Agron Grajqevci hat den Einer-Bus Richtung Sonnmatt noch gesehen, als er aus dem Zweier vom Schönenhof gestiegen ist. «Er ist mir vor der Nase weggefahren», sagt der 44jährige Stahlbauer verärgert. «Jetzt komme ich zu spät zur Arbeit.» Um die Viertelstunde zu überbrücken, bis der nächste Einer fährt, hat er sich einen Kunststoffbecher, gefüllt mit Kaffee, besorgt. «Wieso warten die Busse nicht aufeinander?» Die Frage ist am Montag früh am Bahnhof Frauenfeld öfters zu hören.

Die Busse kämpfen noch mit dem Schnee, der in der Nacht gefallen ist. Um 6.50 Uhr fallen wieder leichte Flocken, die bald dicker werden. Damit wird es schwierig, ohne Verspätung zu fahren. Dabei hat der Frauenfelder Stadtrat auf Sonntag einen neuen Fahrplan mit verkürzten Routen in Kraft gesetzt, um die chronischen Verspätungen zu verringern.

Postauto als Ersatzbus

Auch der folgende Zweier vom Schönenhof kommt mit Verspätung an: um 6.54 Uhr. Er hätte schon vor zwei Minuten wieder abfahren sollen. Ein jüngerer Mann steigt aus und sucht vergeblich seinen Anschluss-Stadtbus. In seiner Stimme ist leise Verzweiflung spürbar. «Wo ist Flurhof? Ich komme zu spät zur Arbeit.» Nachdem er sich umgesehen hat, eilt der Mann zum Postauto Richtung Steckborn, das um 7.00 abfährt und am Flurhof vorbeikommt.

Jede Viertelstunde sollten in der Morgen-Stosszeit alle sechs Busse auf den drei Hauptlinien beim Bahnhof vorbeikommen. So auch um 7.22 Uhr. Doch kein einziger Bus ist da. Einer nach dem andern trudelt ein und fährt weiter. Der letzte geht Richtung Sonnmatt sechseinhalb Minuten zu spät ab. Von Verspätungen bis zu fünf Minuten spricht Jürg Eschenmoser, Leiter der Postauto-Region Ostschweiz. Die Differenz dürfte durch Messungenauigkeit und Rundung zu erklären sein.

Laut Eschenmoser kommen die Verspätungen vom Schnee. Er bedauert die verpassten Anschlüsse. «Für den einzelnen ist es ärgerlich.» Die Chauffeure könnten jedoch nicht die Anschlüsse abwarten, weil sich sonst die Verspätungen fortsetzten und das ganze System zusammenbrechen könne. «Statt fünf oder zehn warten dann Hunderte.» Als Regel gelte jedoch in der Postauto-Region Ostschweiz: «Man sollte nicht nur noch die Schlusslichter sehen.» Das sei störend. Wie sich die neue Routen bewähren, dazu könne er frühestens in einer Woche ein Fazit ziehen. «Chauffeure und Kunden müssen sich zuerst daran gewöhnen», sagt Eschenmoser. Zwei Fahrdienstleiter seien heute in Frauenfeld, um die Kunden auf die Veränderungen hinzuweisen. Das Fahrpersonal sei letzte Woche auf die neuen Routen und die damit verbundenen Änderungen umgeschult worden.

Verspätung ohne Bergstrecke

Ohne Schnee wäre der Start vermutlich gelungen, sagt Eschenmoser. Der Leiter der Postauto-Region Ostschweiz weist besonders auf die Frauenfelder Bergstrecken hin, die bei Schnee schwierig zu befahren sind.

Der Dreier, der nicht mehr zum Plättli Zoo, sondern neuerdings zum Flurhof fährt, also nur noch im Flachland verkehrt, hat trotzdem Verspätungen. Zum Beispiel kommt er um 7.28 Uhr von der Oberwiesen-Runde zurück: Schon vor sechs Minuten hätte er weiterfahren sollen.

Aktuelle Nachrichten