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Schnecken plagen Gemüsebauern

Der regnerische Frühling ist für die Schnecken ein Segen – für den Gemüseanbau ein Fluch. Bei Jungpflanzen endet eine Begegnung mit dem Tier oft tödlich. Doch es ist vor allem das Wasser auf den Feldern, das derzeit Probleme beschert.
Marco Zala
Schnecken sind nie recht appetitlich. Aber besonders Nacktschnecken vergreifen sich gern an Salat und anderem Grünzeug. (Archivbild: Susann Basler)

Schnecken sind nie recht appetitlich. Aber besonders Nacktschnecken vergreifen sich gern an Salat und anderem Grünzeug. (Archivbild: Susann Basler)

Schnecken lieben Regen. Auf der Alpennordseite registrierten laut Meteo Schweiz einzelne Messstandorte den niederschlagsreichsten Mai seit Messbeginn im 19. Jahrhundert. Da Schnecken eine feuchte und warme Umgebung brauchen, wimmelt es derzeit auch im Thurgau von den glitschigen Weichtieren. Insbesondere Hobbygärtner kämpfen derzeit mit allen Waffen.

Weiterwachsen trotz Frass

«Der Schneckendruck dieses Jahr ist hoch. Die eigentlich nachtaktiven Tiere fressen teilweise sogar tagsüber», sagt auch Hermann Brenner, Gruppenleiter Ackerbau vom landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg. Allerdings sei beim Ackerbau die schwierige Phase bereits vorbei, weil eine Pflanze trotz Schneckenfrasses ab einer gewissen Grösse ungetrübt weiterwachsen kann. «Sobald eine Pflanze das sogenannte Sechs-Blattstadium erreicht habt, ist es eigentlich nicht mehr lebensbedrohlich», erklärt Brenner.

Streue ein Bauer gezielt Schneckenkörner, sei er in der Regel gut geschützt. Schneckenkörner locken die Tiere an, und nachdem sie davon gefressen haben, sterben sie. Gewisse Varianten dieses Mittels sind aber für Fressfeinde wie Igel gefährlich.

Schutzräume unter der Erde

Eine weitere Vorbeugemassnahme sei die Rückverfestigung des Bodens, um Hohlräume unter der Oberfläche zu zerstören. Besonders Nacktschnecken, welche im Vergleich zu den Gehäuseschnecken vorwiegend für die Fressschäden verantwortlich sind, benützen sie als Schutzraum.

Wasser fliesst kaum ab

Auch dem Gemüsebau beschert das Wetter schwere Tage. «Die Schnecken sind da nur das sekundäre Problem», sagt Magdalena Scheidiger, Beraterin Gemüse beim BBZ. Derzeit könne man aufgrund des Regens auf den Feldern nur schlecht ernten und keine neuen Setzlinge ausbringen, da das Wasser nicht mehr abfliesse. «Da hilft nur Warten und Hoffen auf ein paar sonnige Tage hintereinander», sagt Scheidiger. Der Präsident der Gemüseproduzenten-Vereinigung Thurgau und Schaffhausen, Hans Ott-Ammann, nimmt die Lage gelassen hin: «Die Lage ist nicht dramatisch. Sobald die Sonne scheint, haben wir wieder andere Probleme, wie Trockenheit.» Und auch die Schneckenplage stimmt ihn nicht pessimistisch. Denn mit Schneckenkörnern können sich Gemüsebauern – auch bei Biobetrieben – ziemlich gut schützen. «Wer nichts unternimmt, hat selbstverständlich ein Problem.»

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