Schmäh, lustige Akkorde und Schabernack

Club-Konzerte in Frauenfelder Beizen und Bars sind fester Teil des internationalen Jazztreffens «Generations14». In kleinem Rahmen lassen die Musiker sich direkt in die Saiten und auf die Tasten blicken. Mit von der Partie ist die Thurgauer Sängerin Nicole Herzog.

Dominik Garbauer
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Die Thurgauer Jazzsängerin Nicole Herzog und Bassist Christoph Utzinger von der Stewy von Wattenwyl-Group am ersten Clubkonzert am Mittwochabend im «Arco's» in der Frauenfelder Vorstand. (Bild: Nana do Carmo)

Die Thurgauer Jazzsängerin Nicole Herzog und Bassist Christoph Utzinger von der Stewy von Wattenwyl-Group am ersten Clubkonzert am Mittwochabend im «Arco's» in der Frauenfelder Vorstand. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Der Clubabend am «Generations14» beginnt im Eisenwerk: Im Vorstadttheater wurde die Reihe «Sax No End» abgeschlossen. Die österreichische Formation Saxofour trat als letztes von drei Saxophonquartetten auf. Die vier Herren rissen das Publikum mit viel Schmäh, lustigen Anekdoten und Schabernack mit. Musikalisch wussten sie zu überzeugen, ihre Stücke interpretierten sie auf höchstem Niveau.

In der Eisenbeiz spielte danach das Jazz Live Trio von Klaus König (Klavier), Andi Wettstein (Schlagzeug) und Patrick Sommer (Bass). König begleitete in den 1960er- und 1970er-Jahren mit seinem damaligen Trio die grossen Namen der US-Jazzszene bei Gastspielen in der Schweiz. In Frauenfeld spielten die drei Herren zuerst ein Set im Trio, um das zweite Set dann zusammen mit den zuvor aufgetretenen Saxophonisten zu bestreiten.

Ein lang gehegter Wunsch

In der Piano Bar spielte bis Dienstag das Don Friedman Trio. Der 79jährige Pianist begeisterte das Publikum. Die Bar war jeweils proppenvoll, wenn er zusammen mit Thomas Stabenow (Bass) und Lewis Nash (Schlagzeug) Eigenkompositionen und Standards spielte. Abgelöst wurde diese Band am Mittwoch vom virtuosen Robert-Lakatos-Trio.

Lakatos war Teil der ersten Förderpreisband 1998. Roman Schwaller wollte ihn schon lange an sein Festival einladen. Nun hat es endlich geklappt, den ungarischen Pianisten nach Frauenfeld zu holen. Er spielt noch heute und morgen in der Piano Bar.

Die Perle aus Sirnach

Im neu dazugekommenen Club Arco's tritt bis Samstag die Nicole Herzog-Stewy von Wattenwyl Group auf. Herzog, die von von Wattenwyl als «unsere Perle» angekündigt wurde, hat in Frauenfeld quasi ein Heimspiel. Zum einen hat sie hier die Kantonsschule besucht, zum anderen war sie Teil der Förderpreisband am Generations 2004. Mit der hervorragend besetzten Band aus der Berner Szene gibt sie nun ein Gastspiel in Frauenfeld. Neben Jazzstandards spielte die Band auch südamerikanische Musik, immer fein arrangiert. Trotz kraftvoller Soli kamen die vier Herren ihrer Sängerin nicht in die Quere, was keine Selbstverständlichkeit ist.

Pianist Stewy von Wattenwyl bat auch das eine oder andere mal das etwas geschwätzige Publikum um Ruhe, damit auch die leiseren, zum Teil nur von Klavier und Gesang vorgetragenen Stücke zur Geltung kamen. Nicole Herzog, die mittlerweile in Kopenhagen lebt, wusste mit ihrer warmen Stimme zu überzeugen und führte charmant durchs Programm. Die Runde endet im Dreiegg, wo nach Andy Scherrer und seiner Band nun das Vladimir Kostadinovic Quartett feat. Seamus Blake auftritt. Die Band spielt zeitgenössischen, lebhaften Jazz, wirkte aber noch nicht ganz eingespielt. Das wird sich in den kommenden Tagen aber bestimmt noch ändern.

Jams bis tief in die Nacht

Wer danach noch nicht genug hatte, der konnte im Dreiegg wie jeden Abend der Jam Session der Teilnehmer des Masterclass-Workshops zuhören, die in der Regel bis spät nachts dauert.